Zoigl holt sich Eschenbach

So ein dunkler Zoigl ist was Feines. Dieser Ansicht sind die Braumeister Markus Ehler (links) und Michael Ott. Auch die prominenten Testtrinker waren von Geschmack und Farbe begeistert. Bild: rn

Das Brauwesen erlebte am Mittwoch in Eschenbach eine hoffentlich dauerhafte Wiedergeburt. Im "Taubnschusterhof" floss frischer dunkler Zoigl. Vor 40 Jahren war mit der Brauerei Rohrer auch eine Jahrhunderte alte Tradition eingegangen.

Im April 1975 machte Alfred Rohrer in der Kalvarienbergstraße den letzten Sud. In den beiden vergangenen Jahren gab das anstehende Stadtentwicklungskonzept neue Impulse. Der Arbeitskreis "Wirtschaft" nahm sich dem Thema "Belebung der Innenstadt" an. Es fielen Begriffe wie Bierweg, Zoiglstube, Brauerei und Scheunenviertel, die bei nachhaltiger Vermarktung identitätsfördernd und belebend für Eschenbach sein könnten.

"Rezept" und Risiken

Zu dieser Vorgeschichte nahm Thomas Ott zum Anstich des neuen Eschenbacher Zoigls Stellung. Heimat- und Gewerbeverein hatten dazu Bürgermeister und Stadtratsvertreter geladen. Der Sportlehrer an der Markus-Gottwalt-Schule berichtete von einem Gespräch mit Hans Ziegler im vergangenen Frühjahr, in dem sein Bruder und Braumeister Michael Ott eine wichtige Rolle spielte. Ziegler habe der Aufbau einer Brauerei vorgeschwebt, für die der Gewerbeverein als Sponsor auftritt. Bei mehreren Treffen seien Risiken beurteilt und ein "Rezept" geschrieben worden. Ott schilderte den weiteren Entwicklungsprozess und dankte Franz Sporrer und Markus Ehler für die unkomplizierte Zusammenarbeit, seinem Bruder für die guten Ratschläge, dem Heimatverein für dessen stets offenes Ohr sowie die spontane Bewirtung und besonders dem Gewerbeverein als "Investor und Risikoträger". Er lobte Geschmack und Aussehen des Zoigls, von dem die ersten tausend Liter gebraut wurden. Das Etikett, in Anlehnung an das Kfz-Kennzeichen, nannte er einen Marketinggag mit Identitätsförderung: "ESB-IER 1".

Den neuen Eschenbacher Zoigl wertete Ott als kleinen Baustein zum Stadtentwicklungskonzept. Er könne eine Entwicklung anstoßen, die langfristig Festkultur, Innenstadt, Gastgewerbe und Tourismus beleben und etwas Lokalpatriotismus wecken soll. Mit dieser Aussage fand er begeisterte Zustimmung bei den geladenen "Erst-Trinkern", die an der weiß gedeckten Tafel Platz genommen hatten. Belegte Brote des Heimatvereins schufen eine stabile Unterlage.

Ott zeigte sich offen für Ideen, Pläne und Mitarbeit am "Projekt Zoigl". Er brachte die Gründung eines Brauereivereins ins Gespräch, regte für 2016 mehr Festlichkeiten mit Eschenbacher Bier an und wagte als Fernziel die Eröffnung einer oder mehrerer Zoiglstuben und eine eigene Kommunbrauerei. Er sah darin Bausteine, die Wirtschaft und Kultur in Eschenbach beleben.

10 Liter für 17 Euro

Auf die Frage nach Kaufmöglichkeiten für den "unverfälschten Biergenuss" wartete Ott mit Angeboten auf: fünf-Liter-Party-Fass 14 Euro und Fässer mit jeweils 25 Euro Pfand zu 10 Liter (17 Euro), 25 Liter (23 Euro) und 30 Liter (42 Euro). Damit werde kein Gewinn erwirtschaftet. Eventuelle Überschüsse seien für gemeinnützige Zwecke bestimmt.

Als Bezugsquellen nannte er das Getränkekontor Siegler (ab 29. Juni). Fässer ab zehn Liter müssen vorbestellt werden, bei ihm und Elektro-Ziegler. Der erste öffentliche Ausschank ist am Kellerfest der Freien Wähler am 26. Juni und bei der "Nacht der langen Tafel" des Heimatvereins am 27. Juni an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.