Zoigl-Kirwa: Ranzen statt Tanzen

Mit seiner Gitarre zählt Sänger Sepp Kempf zum Stamm der Musikantentreffen. Bilder: ang (2)

Zur Musikanten-Kirchweih platzte die Zoiglstube Rechersimer aus allen Nähten.Für ausgelassene Stimmung sorgten etliche Musiker - altbekannte, aber auch einige neue.

Kirchweih-Zoigl, Brotzeiten aus der Rechersimer-Küche und lebhafte Unterhaltung waren angesagt, noch ehe das vom Kondrauer Teufelsgeiger unterstützte Akkordeon-Terzett Manfred, Traudl und Nicole Reithmayer aus Neunkirchen bei Weiden die Musikantenkirwa in der Zoiglstube schwungvoll eröffnete. "Redn könnts beim Zoigl, zuhörn sollt's bei der Musi", forderte Organisatorin und Moderatorin Edeltraud Frank bei ihrer Begrüßung zur Aufmerksamkeit.

Als Sigmund Vollath seine Steirische umschnallte, stimmte die Zuhörerschaft geschlossen ins Kirwalied ein. Ein schmissiges Stückl packte der Bingartener Hobbymusiker noch drauf. Einen ersten Höhepunkt des kurzweiligen Abends bildeten die beiden Beiträge von Josef Kempf. Der Sänger aus Eschenbach ist Stammgast bei den Musikantentreffen und für seine lustigen, pointierten Texte bekannt. "Bei uns is heit Kirwa und dou pfeiff i afs Tanzn - heit dou i liaba wos fia mein Ranzn", resümierte er und hatte mit seiner Aussage den Großteil der Besucher schnell hinter sich.

Wen Albin Zeitler aus Kastl und Ingrid Krämer aus Weiden mit ihrem Lied "Griaß di Gott, du alte Hüttn" direkt an sprechen wollten, verriet das mehrere Instrumente zum Einsatz bringende, erstmals in Röthenbach zu hörende Musikanten-Duo nicht. Mit der Beleuchtung der Unzulänglichkeiten eines "damischen Deppen" zielte das Gesangsduo Marianne Helm und Hans Kopatsch auf die Lachmuskeln der Zuhörer, "Wer ko - der ko", ließen die Waldsassener, die ebenso wie das Tirschenreuther Urgestein Alois Lippert Stammmusiker sind, zum Wieder-runter-Kommen folgen. Lippert ist nicht nur einer der Dienstältesten bei den früher in Premenreuth und nun in Röthenbach stattfindenden Treffen der Musikerschar, sondern ist als Senior immer noch mit ganzem Herzen dabei.

Er berichtete von seinen kleinen Leiden während der Woche, aber "Wenn da Sunnta kummt und wenns a Bier gibt und dazu a Musi spielt" geht es ihm gleich viel besser. Die Kirwa-Speisekarte nahm der Josefshofer Hausgsang in sein Repertoire auf, "Döner, Big-Mac homa jeden Dog - Gansbrust homa heit", ließen Edeltraud Frank und Christa Böhm die Gäste in den Refrain einstimmen und spendierten zugleich mehrere Bleche des traditionellen Kirwa-Kuchens, den die Besucher schnell vertilgt hatten.

Herbert Storek aus Kemnath verpasste mit seiner Steirischen dem "Paul mit seinem alten Gaul" ein völlig neues musikalisches Gesicht. Auch der Erbendorfer Senior Gerhard Fröhlich ließ es sich nicht nehmen, mit seiner Mundharmonika einige Weisen durch die Rechersimer-Zoiglstube, die sich erst zu mitternächtlicher Stunde leerte, zu schicken.
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