Zoigl reist in den hohen Norden

Klappe auf, Fass rein. Ohne Zoigl fährt Ansgar Reuter nicht nach Hause. Bei jedem Besuch in Neuhaus lädt er sein Wohnmobil mit sechs bis acht Fässern voll. Im Laufe der Jahre hat er auf diese Weise 4000 Liter Zoigl nach Norddeutschland transportiert. Bild: mic

Eigentlich sollte Zoigl nur dort getrunken werden, wo er gebraut wird. Für Ansgar Reuter aus Bad Zwischenahn in der Nähe von Oldenburg machen die "Käck'n"-Wirtsleute Renate und Matthias Schönberger eine Ausnahme.

Immer wenn der 61-Jährige zusammen mit Ehefrau Gaby in Neuhaus Urlaub macht, nimmt er auf dem Nachhauseweg mehrere 30-Liter-Fässer Zoigl mit. "Er verkauft ihn ja nicht, sondern trinkt ihn mit Freunden und Bekannten selber", schmunzelt der "Käck'n"-Wirt.

Vor acht Jahren entdeckte Reuter seine Leidenschaft zum Zoigl. "Zu Bier hatte ich immer schon eine innige Beziehung", erzählt er. 2007 entdeckt er bei einem Urlaub in Bamberg in einer Zeitschrift einen Artikel über Zoigl in der Oberpfalz und beschließt, zusammen mit seiner Frau einen Abstecher nach Neuhaus zu machen.

Von Braukunst fasziniert

Das Paar aus Bad Zwischenahn kehrt zunächst im Schafferhof ein, dann beim "Gloser". Begeistert von der Gastfreundschaft der Oberpfälzer planen die Reuters ihren nächsten Urlaub mit dem Wohnmobil auf dem Campingplatz "Schweinmühle". Bei einem Besuch beim "Käck'n" kommen sie auch mit den Wirtsleuten Schönberger ins Gespräch. Als Ansgar Reuter erfährt, dass am nächsten Tag gebraut wird, will er unbedingt dabei sein. "Das fasziniert mich", erzählt er. "So etwas wie Zoigl gibt es nur einmal in Deutschland."

Vor allem die Art und Weise des Brauvorgangs begeistert ihn. "Alles ist handgemacht", schwärmt er. "Vom Geschmack her ist Zoigl mit nichts zu vergleichen." In den ersten Jahren tritt der Zoigl aus Neuhaus seine Reise nach Norddeutschland per Post an. Renate Schönberger packt jeweils drei Fünf-Liter-Blechfässer in einen Karton.

Nur gut gekühlt

Bei kühlem Wetter kein Problem, doch als ein Paket im Sommer einmal eine Woche bei der Post liegenbleibt, wird das Bier sauer. "Das war auf Dauer keine Lösung", erzählt Ansgar Reuter. 2010 entschließt er sich, eine Bierkühlanlage für Zuhause anzuschaffen. Acht 30-Liter-Fässer bringt er dort unter. Zoigl ist nicht ewig haltbar, doch solange er gekühlt wird, kann man ihn drei Monate lang aufheben. Im Lauf der Jahre hat Reuter schon 4000 Liter nach Bad Zwischenahn transportiert.

Doch nicht nur das Bier hat es den Reuters angetan. "Mir haben hier von Anfang an die Leute gefallen", sagt er. "Sie sind nicht ganz so überschwänglich wie in Oberbayern, aber ich hatte immer das Gefühl, aufgenommen worden zu sein."
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