Zoigl, Zoigl nocheinmal ...

Ausnahmezustand in Neuhaus. Als der offizielle Eröffnungsakt vollzogen wird, haben viele Fans längst die Zoiglstuben erobert. Bilder: fz (3)

"Der Star des Tages ist der Zoigl", verkünden die beiden Hoheiten Theresa I. und Sophia I., bevor sie das erste Fass auf dem Neuhauser Markplatz anzapften. Und die Fans ließen sich am "Tag der Kommunbrauer" nicht zweimal bitten.

Er ist Elexier für den Gaumen, Lebensgefühl, Kulturgut und Massen-Magnet - der Zoigl. Das zeigte sich bereits am Freitagvormittag, als die Gäste mit Shuttle-Bussen an- und in die Stuben einrückten, noch bevor die sieben Wirte, angeführt von den "Burgsteig-Musikanten", auf den Marktplatz zur Eröffnung einmarschieren konnten.

Gut 300 Besucher haben sich zum Anzapfen eingefunden, um dem Zoigl die Ehre zu erweisen und eine Halbe vom 50-Liter-Fass als Freibier zu bekommen, das die beiden Hoheiten anzapfen. Theresa I. und Sophia I. äußern sich davor in einem Zwiegespräch besorgt, dass ihnen die neuen Dirndl nicht bald mehr passen, bei dem Schmankerl-Angebot. 200 Krüge hatten die Wirte zum Anzapfen dabei, und nach exakt 18 Minuten waren diese gefüllt, um gemeinsam auf einen tollen Tag anzustoßen.

Wildsau am Spieß

Der Run auf Neuhaus setzte sich nahtlos zum Mittagessen fort. Die Wirte fuhren auf: von der Wildsau am Spieß beim "Schoilmichl", die nach wenigen Minuten vergriffen war, bis hin zu Rollbraten oder Haxen. Das Wetter war traumhaft. Tausende belagerten den Ort. Die sieben Wirtshäuser waren kaum mehr begehbar, Plätze gab es nicht mehr, und so ließen sich viele mit dem Krug in der hand auf dem Bordstein nieder. Restlose Begeisterung greift um sich. So auch bei Familie Möschl aus Neuhaus an der Eger. Vor zwei Wochen war Oliver mit den Hobby-Fußballern auf einem Ausflug beim Zoigl, und da beschloss er spontan, mit seiner Familie zu wiederzukommen. "Wir als Neuhauser sind neidisch auf diese Neuhauser, weil hier die Kultur lebt und bei uns die Wirtshäuser zumachen."

Run auf Briefmarken

Am Stand von Inge Ascherl geht auch die Post ab. 3000 Zoigl-Briefmarken hat sie bis 15 Uhr verkauft. Karin Urban und Peter Mehr kaufen die letzten zehn. "Die schicken wir an unsere Bekannten, die uns neidisch sind auf den Zoigl", sagen die beiden Weidener. Mit einem Fassl Zoigl auf dem Motorrad besuchen sie regelmäßig Freunde in Bremen.

Eine junge Frau macht den ganzen tag Bilder. Es ist Corinna Feneis aus Lohma bei Pleystein. Sie studiert Design in Nürnberg und baut ihre Bachelorarbeit in Fotografie über die "Zoiglkultur". Ein Hoch auch auf alle Kräfte, die bei diesem Fest mitarbeiten. Sie sind alle gut drauf. So auch Stefanie Stubner, die beim "Teicher" bedient. "Es sind einfach alles nette Leute, die zum Zoigl gehen", sagt sie.
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