Zonen zum Schutz der Bürger

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Bleibt 10-H? Fällt 10-H? Keiner kann sagen, wie sich die Abstandsregelung für Windräder letztendlich entwickelt. Doch falls sie fallen würde, könnten Privatinvestoren alle möglichen Standorte ins Visier nehmen. Das soll verhindert werden: Durch die Ausweisung von Konzentrationszonen im Osten der Gemeinde.

Wernberg-Köblitz. (cv) Planer Gottfried Blank erläuterte im Marktrat die Situation: Grundsätzlich ist die Windkraft von Gesetzes wegen privilegiert, kann überall entstehen, wo die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden. Derzeit ist allerdings 10-H ein Hemmschuh für Investoren. Ein 200 Meter hohes Windrad müsste folglich 2000 Meter Abstand zur Wohnbebauung einhalten und macht folglich einen Großteil der Pläne zunichte. Doch die umstrittene Abstandsregelung wird derzeit beklagt. Sollte 10-H fallen, würden die geringeren Abstandsflächen wieder gelten. Die Genehmigung wäre über das Bundesimmissionsschutzgesetz möglich, es wäre Tür und Tor für diverse Standorte geöffnet.

In Hand der Gemeinde

Doch es gibt ein Regulativ: Die Kommune hat es in der Hand, in ihrem Flächennutzungsplan sogenannte Konzentrationszonen auszuweisen, um die Nutzung im Gemeindegebiet zu steuern. Dann dürfen sich nur auf diesen festgelegten Flächen Windräder drehen - natürlich auch nur wenn alle gesetzlichen Vorschriften wie Lärmschutz, Schattenwurf und Artenschutz eingehalten sind. Hier liegt es zudem im Ermessen der Marktgemeinde, in der Bauleitplanung geringere Abstandsflächen wie 10-H anzusetzen - im Konsens mit den Nachbargemeinden. Die Wahl der Konzentrationsfläche und ihre Festlegungen trifft die Kommune. Sie bestimmt folglich, wo Windräder aufgestellt werden.

Blank hatte nun den ersten Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes mitgebracht. Er orientiert sich an den Kriterien des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes, an Naturparkzone und der Siedlungsstruktur. Im Prinzip gelten die gleichen Kriterien, die der Regionale Planungsverband bei der Ausweisung der Vorbehalts- und Vorrangflächen angewandt hat, rief Blank in Erinnerung. Die Gemeinde tue gut daran, sich daran zu orientieren, da dieser Katalog schon mit den Behörden abgestimmt sei. "Wir sind gut beraten, uns das zu eigen zu machen", betonte Blank. Die Abstandsflächen beliefen sich damals auf 500 Meter bei Industriegebieten, 700 Meter bei Einzelgehöften und 800 Meter bei Wohngebieten. Auch der Planungsverband werde das Verfahren wieder aufnehmen und warte wohl derzeit 10-H ab.

Potenzial im Osten

An Potenzialflächen zeigte Blank zunächst auf zwei kleine Flächen im westlichen Gemeindegebiet, die jedoch größenmäßig ungeeignet sind. Potenzial besteht im Osten: Im Schwarz-Holz südlich der A 6, auf der Wittschauer Höhe nördlich der A 6, in einem kleinen Bereich zwischen A 6 und früherer B 14. Eine weitere Potenzialfläche befindet sich auf dem Feistelberg nördlich der Ortschaft. Die Konzentrationsfläche würde zusammen 156 Hektar, also 2,3 Prozent des Gemeindegebietes, umfassen. Das würde zum einen ausreichen, um zu belegen, dass der Windkraft subtanzieller Raum eingeräumt würde. Zum anderen werde aufgezeigt, dass nicht mehr möglich sei.

"Ist das nicht ein Freifahrtschein für Betreiber?", wollte Helmut Ries wissen. Ganz im Gegenteil, meinte Blank. Man binde sich an einen Standort mit Vorgaben, die die Gemeinde trifft. Falls 10-H falle, wäre Windkraft nur in den Konzentrationsflächen möglich. Das trage den Schutzansprüchen der Bevölkerung Rechnung. Der Vorentwurf wurde gebilligt. Die erste Auslegung folgt.
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