Zu viele Rehe

Forstexperte Gerhard Hösl (stehend) plädierte vor Mitgliedern der Hegegemeinschaften dafür, sich für mehr Mischwald einzusetzen. Dazu gehört auch gezielte Jagd. Bild: sm

Forstdirektor Gerhard Hösl vom Landwirtschaftsamt Weiden stellte Jägern und Jagdgenossen aus den Hegegemeinschaften Neustadt und Parkstein das aktuelle Vegetationsgutachten vor. Fazit: Rund um Neustadt müssen mehr Rehe geschossen werden.

Altenstadt/WN. (sm) "Die Verbissbelastung in der Hegegemeinschaft Parkstein ist weiter rückläufig, in der Hegegemeinschaft Neustadt dagegen zu hoch", berichtete der Forstmann vor rund 20 Zuhörern im Altenstädter Sportheim. Alle drei Jahre wird die Waldverjüngung untersucht und daraus die Empfehlung für künftige Rehwildabschüsse abgeleitet.

Hösl erläuterte die Ergebnisse und Empfehlungen in dem Gutachten. Er verwies auf die Notwendigkeit des Waldumbaus in Anbetracht des Klimawandels. Die durchschnittliche Kostenbelastung bei Waldschutzmaßnahmen gegen Wild im Privat- und Körperschaftswald bezifferte Hösl mit 5,50 Euro pro Hektar und Jahr. Die entscheidende Forderung des Bayerischen Jagdgesetzes lautet: "Die Bejagung soll insbesondere die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen."

In beiden Hegegemeinschaften sei der Leittriebverbiss am Laubholz und an der Tanne weiter zurückgegangen. Während in der Gemeinschaft Parkstein nur noch 4 Prozent dieser Baumarten unter Leittriebverbiss leiden, seien in Neustadt noch 18 Prozent feststellbar. Besonders betroffen seien die seltener vorkommenden Edellaubhölzer wie Bergahorn, Esche und Kirsche.

Seit Jahren "nicht tragbar"

Der Abschuss in Parkstein passt also. Iin Neustadt leben zu viele Tiere im Revier. "Diesen Empfehlungen sollten die Revierinhaber und Jagdvorstände folgen, wenn sie die neuen dreijährigen Abschusspläne erstellen", forderte Hösl. Er appellierte an alle Beteiligten, eigenverantwortlich zu handeln und den gesetzlichen Forderungen nachzukommen.

In der Hegegemeinschaft Neustadt/WN werden für alle Jagdreviere "revierweise Aussagen" vom zuständigen Revierbeamten Andreas Arnold erstellt, da der Verbiss bereits 2012 als "nicht tragbar" eingestuft worden war.

In der Hegegemeinschaft Parkstein wurden "revierweise Aussagen" nur auf Antrag erstellt, da der Verbiss bei der letzten Verjüngungsaufnahme "als tragbar" bewertet wurde. Hösl regte jährliche Waldbegänge von Jägern und Genossen im ausgehenden Winter an. Auf Wunsch komme der zuständige Forstbeamte mit.

Ziel seien Mischbestände. Wegen des Klimawandels sei es notwendig, die vorherrschenden Nadelwälder mit Mischbaumarten anzureichern. "Die Jäger leisten mit ihrem Abschuss einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung dieses Zieles", meinte der Forstdirektor.
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