Zu wenig Pferde für Transport

Die 125 Jahre alte Feuerlöschmaschine der Feuerwehr Lohma wäre eigentlich noch funktionstüchtig. Einem Einsatz stünde heutzutage jedoch einiges im Weg.

Niklas Hartung, Josef Kleber und Josef Piehler verhalfen der Feuerwehr vor 125 Jahren als treibende Kräfte zu ihrer Existenz. Die Gründungsversammlung war am 23. Juli 1890, der Eintrag im Register des Bezirksamts Vohenstrauß erfolgte am 9. Februar 1891.

Bauer für Fahrdienst

Nie aus den Augen ließen die Aktiven über die lange Zeit des bisherigen Bestehens ihre noch im ersten Jahr für 601 Reichsmark gekaufte Feuerlöschmaschine. Sauber hergerichtet ist das voll funktionstüchtige Gefährt auch beim Festzug am Sonntag, 14. Juni, zu bestaunen. Da für den Transport damals ein Pferdegespann notwendig war, wurde jeweils für ein Jahr ein Bauer zum Fahrdienst eingeteilt. In heutiger Zeit wäre das schwierig, da es nicht nur weit weniger Pferde in Lohma gibt als früher, sondern auch weniger Landwirte.

Kapelle als Gerätehaus

Die umgebaute alte Dorfkapelle diente zwischen 1927 und 1960 als Gerätehaus. Der Erste Weltkrieg konnte der Jubelwehr nichts anhaben. Während des Zweiten Weltkriegs ist als Kommandant der Name Brunnthaler aus der Chronik ersichtlich. Er wurde nach dem Krieg von Josef Eckert abgelöst, der bereits vor ihm diesen Posten inne hatte.

Leider sind im Anschluss anscheinend keine Protokollbücher geführt worden, denn hier klafft eine Lücke in der Vereinsgeschichte. Erst ab April 1960 sind wieder schriftliche Aufzeichnungen überliefert. Im September 1961 traf das Feuerlöschgerät TSA 8/8 ein, das die Aktiven nach einer theoretischen Unterweisung bei einer praktischen Übung am Zottbach auf Herz und Nieren testeten. Im November desselben Jahres startete der Ort mit dem Bau des neuen Gerätehauses, das im Dezember 1962 seine kirchliche Weihe erhielt.

1964 baute die Gemeinde eine Löschwasser-Versorgungsleitung von der Pfreimd bis zum Sägewerk Drexler auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände. Damit ging eine erhebliche Verbesserung des Feuerschutzes für den Ort einher. Anfang 1974 gründete sich die bis heute sehr aktive Jugendgruppe.

Zum 90. Jubiläum hatten die Verantwortlichen Heimatforscher Siegfried Poblotzki für das erstmalige Erstellen einer Festschrift gewonnen. Margit Wittmann war Fahnenbraut. Den Jubiläumsgottesdienst mit Fahnenweihe feierte der aus Lohma stammende Pfarrer Josef Sauer mit Dekan Andreas Pfeiffer und Expositus Wolfgang Hastler.

Viele Höhepunkte

Anfang August 1990 folgte eine sonnendurchflutete 100-Jahr-Feier mit vielen Höhepunkten, darunter auch ein Leistungswettkampf. 1993 kam das neue Feuerwehrauto nach Lohma, das heute noch in Diensten steht. Auch das 110-jährige Bestehen ließen die Verantwortlichen 2000 nicht ohne ansehnliches Festprogramm verstreichen.

Und nun reiht sich am Wochenende das 125. Jubiläum nahtlos in diese rundherum gelungene Erfolgsgeschichte ein. Als Kommandant führt Johann Kick die Wehr durch das Jubeljahr, während Vorsitzender Anton Portner zugleich als Festleiter die Fäden in die Hand nahm. Ihm zur Seite steht gleichberechtigt Manfred Biller. Und auf den Schultern des Fahnenjunkers Johannes Eckert, der seit 2007 im Amt ist, lastet in diesen stressigen Monaten nicht nur die Vereinsfahne.
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