Zu wertvoll für die Tonne

65 Kilo Lebensmittel wandern in Bayern pro Kopf und Jahr in den Müll. Diese besorgniserregende Tatsache griff das Staatliche Berufliche Schulzentrum (BSZ) im Rahmen der Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit auf.

Neustadt/WN. Die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung und die Fachakademie für Sozialpädagogik gestalteten dazu einen Lernzirkel, den 16 Schulklassen besuchten. Die Schüler nahmen zuerst mit einem Arbeitsblatt den Lebensmittelabfall genauer unter die Lupe. Welche Lebensmittel wandern vor allem in den Müll? Wer wirft wie viel weg? Die Schüler waren erstaunt, dass wir Verbraucher mit 61 Prozent wesentlich zur Lebensmittelverschwendung beitragen. Es ist deshalb wichtig, etwas daran zu ändern, denn zwei Drittel des Abfalls wären vermeidbar.

Kein Wegwerfdatum

Ist ein Lebensmittel noch genießbar, wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist? Die Schüler entdeckten auf verschiedenen Lebensmittelpackungen, dass hier zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Verbrauchsdatum unterschieden werden muss. Wichtig ist, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum ist. Was noch gut aussieht, gut riecht und noch gut schmeckt, ist in aller Regel noch gut.

Anders beim Verbrauchsdatum, das man bei leicht verderblichen Produkten findet, etwa bei Hackfleisch oder Räucherlachs. Hier gilt: Ist das Verbrauchsdatum überschritten, gehört das Produkt ohne Wenn und Aber in den Müll.

Auch richtiges Lagern bewahrt die Qualität. Die Schüler ordneten verschiedene Lebensmittel in einen Kühl- oder in einen Vorratsschrank ein. Überrascht waren sie, dass Tomaten, Gurken, Bananen und Zitrusfrüchte nicht in den Kühlschrank gehören. Auch auf die richtige Ordnung kommt es in einem herkömmlichen Kühlschrank an: Obst und Gemüse kommen ganz unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch werden auf der Glasplatte darüber eingeräumt, und für Milchprodukte ist das mittlere Fach optimal. Sind die Produkte noch gut verpackt, fühlen sich die Lebensmittel hier wohl.

Viele Lebensmittel landen auch deshalb auf dem Müll, weil wir zu viel und ungeplant einkaufen. Mit einem Würfelspiel setzten sich die Schüler mit Käuferfallen im Supermarkt auseinander. Sonderangebote, günstige XXL-Packungen, Probieraktionen und coole Verpackungen verleiten oft zum Mehrkauf. Deshalb der Rat: Einkaufszettel schreiben, Packungsgrößen und Preise vergleichen und vor allem nicht hungrig einkaufen.

Kochbuch gestaltet

Die richtige Menge beim Kochen zu finden, ist oft nicht leicht. Dies macht nichts, denn auch aus Resten lassen sich wieder leckere Gerichte zaubern.

Dies zeigten die Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik mit dem selbstgedrehten Film "Rest(e)los". In einer Kochshow demonstrierten sie den Mitschülern, wie man aus Brotresten eine köstliche Brotsuppe und aus übriggebliebenen Kartoffeln schmackhafte Bratkartoffeln zubereiten kann. Mit einem selbstgestalteten Kochbuch, das gekauft werden konnte, zeigten sie außerdem, wie Lebensmittelreste kreativ verarbeitet werden können.
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