Züchter schießen den Vogel ab

Nach dem Schritt in die Ausstellungshalle standen die Besucher in einer anderen Welt. Farne, Palmen, Kakteen und Moose schufen Dschungelambiente. Nur die Metallgitter erinnerten daran, in einer Vogelausstellung zu sein und dass im Regenwald auch gefährliche Tiere leben.

Intensives Grün umrankte die mannshohen Großvolieren für die 178 Vögel. Besonders die Kinder waren an den beiden Ausstellungstagen von den Federkleidern und der Vogelmusik entzückt. Die Tiersendungen im Fernsehen im Kopf, gehörte zu den Standartfragen des Nachwuchses: "Sind die echt?"

Echt war die Begeisterung der Ausstellungsleitung. Holger Kirschsieper war glücklich. "So viele Besucher hatten wir schon lange nicht mehr", freute sich der Spartenleiter, und auch das Publikum war hin und weg. "Das ist eine Augenweide", kommentierte eine Mama, während sich die Sprösslinge an den Exoten aus aller Welt nicht satt sehen konnten. Besonders an den Papageien-Volieren standen immer wieder dichte Besuchertrauben. Sprechende Tiere, die nach Lust und Laune ein "Hallo" in die Menge riefen.

Doch die Schau hatte noch viel mehr zu bieten. Beim Blick in die Großvolieren geriet das Publikum über die Vielfalt der Vogelwelt aus manchmal immer noch unberührten Gegenden und Landschaften ins Schwärmen. Sittiche, Finken und Kanaren erinnerten an die Urwälder Südamerikas, an die Feuchtgebiete des Amazonasbeckens, an die Palmenstrände der Karibik, an die Savannen und Graslandschaften Afrikas oder an die Trockengebiete des Fünften Kontinents. Die bunte Vogelschar zwitscherte und krächzte. Weitere Artgenossen beäugten still, aber neugierig die "großen Zweibeiner".

Hinweisschilder beschrieben im Detail das bunte Vogelvolk, erläuterten Rasse, Größe sowie Eigenarten und informierten über die Herkunftsländer. So erfuhren die Vogelfreunde zum Beispiel Einzelheiten über den seltenen Gebirgslori aus Tasmanien, über Rosen-, Schwarz- und Pfirsichköpfchen aus Afrika, über den Kakadu oder die farbenfrohen Pennant- und Ziegensittiche mit Vorkommen in Australien und Neuseeland.

In unbeschreiblicher Farbenvielfalt leuchteten die Edelpapageien aus Neuguinea den begeisterten Betrachtern entgegen. Ebenso majestätisch präsentierten sich die Sperlingspapageien aus Ecuador in ihrem bunten Federkleid.

Python neben Nattern

Zum Staunen und Sinnieren regte die kleine Reptilienschau von Werner Kennel junior an. Zum Urwald-Ambiente passte sie ideal. Dort räkelte sich eine Python hinter sicherem Gitter, Kettennattern ringelten sich im naturnahen Gehege. Sicherheitsvorkehrungen waren für eine weitere Tierart nicht nötig. Wenn überhaupt, bewegten sich im Schneckentempo Land- und Wasserschildkröten im offenen Gehege. Wachteln und Ziertauben ergänzten die artenreiche Schau, die 13 Züchter beschickt hatten.

Ihnen galt auch der Dank von Ausstellungsleiter Holger Kirschsieper. Eine Bewertung durch offizielle Gutachter fand nicht statt. Der Kleintierzuchtverein wollte mit der Ausstellung den Tierfreunden einfach Freude bereiten, bemerkte Vorsitzender Werner Kennel. Freudig nahmen die Besucher auch das reichhaltige Kuchenangebot an.
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