Zukunft des FC auf dem Spiel

Sie waren fast alle einmal aktiv: Der ehemalige Torwart Alfons Bösl (vorne, Zweiter von links) ist seit 60 Jahren beim FC. Rechts daneben Willi Sifft und Peter Binsfeld, die für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Links Siegfried Bock (55 Jahre). Bild: bk

Wenig verheißungsvoll klangen die Berichte der Abteilungsleiter, die in der Hauptversammlung des FC breiten Raum einnahmen. Einziges sportliches Aushängeschild sind die Stockschwinger.

Sorgenkind Nummer eins bleibt die erste Fußballmannschaft. Personalprobleme melden auch Tennis- und Wandersparte. Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse, den Abteilungschef Thomas Pritzl auch auf schlechten Trainingsbesuch und fehlende Einstellung zurückführte, sei man mit großen Erwartungen in die neue A-Klassen-Saison gegangen. "Aber auch hier ist schnell klar geworden, dass die ,Erste' wieder gegen den Abstieg spielen muss", sagte Pritzl.

Fischer optimistisch

Tiefpunkt war die Absage gegen Vorbach wegen Spielermangels. Ohne die Alten Herren wäre ein Spielbetrieb nur noch schwer aufrechtzuerhalten gewesen. "Fünf Punkte fehlen dem Tabellenletzten zum rettenden Ufer. Ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen", erklärte der neue Trainer Dieter Fischer, der im November Holger Meyer ablöste. Die fünf Neuzugänge, Co-Trainer Mario Götz und Tobias Kellner (VfB Mantel), Lukas Lotzmann (VfB Weiden), Sebastian Zwack (Leuchtenberg) und Florian Schuller (Pirk) sollen helfen.

In den fünf Mannschaften der Jugend-Fördergemeinschaft (JFG) Haidenaab-Vils stelle Kaltenbrunn mit 15 die wenigsten Akteure. "Liefert Kaltenbrunn auch künftig keine Trainer und Betreuer, darf man sich über Abgänge von Jugendlichen nicht wundern", gab Helmut Fiedler zu bedenken. Er appellierte an geeignete Leute, sich zur Verfügung zu stellen. Trotz der sportlichen Erfolge stehe die Existenz der JFG auf dem Spiel. "Ohne JFG kein Nachwuchs und ohne Nachwuchs keine erste Mannschaft", warnte Fiedler, der aus beruflichen Gründen die Leitung der B-Junioren abgibt. Nach Auflösung der F-Junioren-Spielgemeinschaft mit Freihung startete der FCK mit eigenen E-Junioren (13 Buben, 3 Mädchen) in die Punkterunde. "Ergebnis: siebter Platz", sagte Christian Thiede. Beim Hallenturnier in Eschenbach wurden die Jüngsten Dritter.

Becker-Boom vorbei

Trotz des Angebots mit Yoga, Radfahren, WS-Gymnastik und Pilates wäre eine stärkere Teilnehmerzahl wünschenswert, um die Damengymnastik-Gruppe zu erhalten, bilanzierte Ilona Kassner. Zehn Kinder hätten Spaß an Sport. Freude bereitete das Erringen des Turnabzeichens und ein Piratenfest, ließ Karin Witzel wissen.

"Immer mehr Vereine lösen sich auf, weil junge Leute kaum noch die Wanderstiefel schnüren. Die Anfahrten werden immer länger. Auch bei uns können Mitglieder aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr an auswärtigen IVV-Wandertagen teilnehmen", bedauerte Daniel Schweiger. "Wenn der FC nicht mehr präsent ist, kommt auch niemand mehr nach Kaltenbrunn."

Die Vereinsführung müsse sich deshalb Gedanken machen über die Zukunft des eigenen Volkswandertags, riet Schweiger. Mitgliederschwund beklagte Klaus Dippl für die heuer 30 Jahre bestehende Tennisabteilung. "Vom Boris-Becker-Boom ist längst nichts mehr zu spüren." Hauptnutzer seien rund 20 Kinder. Bei den Erwachsenen könne man nicht mal mehr ein Doppel bestreiten. Deshalb habe der Verein den Austritt aus dem Tennisverband erklärt. Zur Arbeitserleichterung wurde eine Besandungsmaschine angeschafft. Die Zauninstandsetzung in Eigenleistung brachte laut Dippl eine Ersparnis von einigen Tausend Euro.

"Es ist bemerkenswert, wenn man einem Verein so lange die Treue hält", sagte FC-Chef Pritzl bei den Ehrungen zusammen mit Ehrenamtsbeauftragten Robert Häusler. 25 Jahre sind Markus Harrer, Stefan Malzer und Jürgen Oheim Mitglied. 40 Jahre Robert Koppmann, Werner Völkl, Josef Thiede, Alexander Ludwig, Stefan Lobenhofer, Hans Krauß sowie Hans Wagner, 50 Jahre sind Willi Sifft und Peter Binsfeld beim FC, 55 Jahre Siegfried Bock, 60 Jahre Alfons Bösl und Richard Poß (Lauf).
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