Zukunft Neustadts gesichert

Bürgermeister Rupert Troppmann (von links), Architektin Christina Lehner, Architekt Dr. Emil Lehner, Wirtschaftsgeograf Dr. Robert Leiner, Verkehrsexperte Robert Ulzhöfer und Dr. Frank Schäfer (Proconsultare) stellten das ISEK vor. Bild: ui

Ein Treffpunkt für Jung und Alt, grillen im Grünen oder ein Biergarten am Bahnhof waren Wünsche aus der Zukunftswerkstatt. Die Bürger wissen, was sie wollen. Auch der Stadtrat: Der hat am Dienstag das ISEK beschlossen.

Neustadt/WN. (esc) Das integrierte Stadtentwicklungskonzept - kurz ISEK - fand die einstimmige Bewilligung der Räte. Architekt Dr. Emil Lehner (SHL Architekten und Stadtplaner, Weiden), Robert Ulzhöfer (Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr, München), Dr. Robert Leiner (iq Projektgesellschaft, München) und Professor Dr. Frank Schäfer (Proconsultare, Parkstein) erläuterten den Räten und 30 Zuhörern in zwei Stunden das Vorhaben.

10 Jahre Zeit

"Den Neustädtern ist es ernst, wie es mit der Stadt weitergeht", zeigte sich Lehner von der Teilnahme der Bürger beeindruckt. "Das ist in größeren Städten oft ganz anders." Zum Inhalt des ISEK wurden Leitlinien zur Funktion und Gestalt der Stadt formuliert. Diese sollen lange Zeit gelten. "Ohne Bürger wäre das nicht so möglich gewesen."

Dass die Bevölkerung einbezogen werden muss, bestätigte auch Wirtschaftsgeograf Leiner. Für die Themenschwerpunkte Positionierung, Stadtmitte, Wirtschaft und Bildung sowie Bürger sind Projekte angedacht, wie die Überarbeitung des Außenauftritts, die Bindung der Bevölkerung an die Stadt, der Zusatznutzen von Spielplätzen als Treffpunkt der Eltern oder städtische Veranstaltungen. "Die Programme sind für die nächsten 10 bis 15 Jahre ausgelegt", versicherte Leiner.

"Der demografische Wandel trifft auch Neustadt, aber nicht so schwer wie andere Gebiete", beruhigte Stadtplaner Lehner die Räte und Gäste. "Der Neustädter lebt gerne in Neustadt." Dazu komme eine Oberpfälzer Eigenart: "Wir wissen, wo wir Qualitäten haben, aber erzählen es keinem." Hier müsse man etwas tun.

Freizeit und Sport seien in den Grünbereichen der Stadt gut positioniert. Es gebe zwei Zentren, in denen der Kern eingeschlossen sei: "Neustadt hat im Süden (bei der Tankstelle) und im Norden (Edeka Legat) etwas. Das sind zwei kräftige Standorte. Dazwischen ist die historische Stadt eingespannt."

In den Landschaftsräumen müsse man die Freizeiteinrichtungen vernetzen. "Das Potenzial liegt hier, die Grundvoraussetzungen sind gegeben", beschrieb Lehner. "Diese Räume sollen erhalten und vorsichtig entwickelt werden." Mit der Altstadt sei das ein Teil der Unverwechselbarkeit Neustadts. Die Vernetzung von Stadtraum und Landschaft müsse vorangetrieben werden, etwa durch die Anbindung der Rad- und Wanderwege sowie der Wohngebiete durch eindeutige Wegführung.

"Ich bin froh, dass wir 10 bis 15 Jahre Zeit haben", schloss Bürgermeister Rupert Troppmann die Vorstellung und eröffnete die Fragerunde. Wie denn die Auswahl der Projekte erfolge und diese umgesetzt würden, wollte ein Zuhörer wissen. "Der Stadtrat wird die Projekte auswählen und sie gemeinsam mit den Bürgern erledigen." Gerne könne die Bevölkerung Ideen einreichen, "welche umgesetzt werden, entscheidet der Stadtrat". Es gebe keinen Startschuss, es komme auf das Projekt an, wann und wie es verwirklicht werde.

Stadtrat als Souverän

Ob nicht Projekte vorrangig seien, die Senioren betreffen, da der Großteil der Bevölkerung älter als 65 Jahre sei, lautete eine weitere Bitte. "Wir werden heute Abend keine Projekte festlegen, der Stadtrat ist Herr des Geschehens. Entweder es entwickelt sich eine Projektgruppe aus dessen Mitte oder die Bevölkerung ist eingeschlossen", betonte Troppmann.
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