Zum Studieren ins Museum

Eine Tafel "Innovativer LernOrt" weist am Eingang des Kulturschlosses auf die Zusammenarbeit zwischen dem Bergbau- und Industriemuseum und der Ostbayerischen Technischen Hochschule hin - zur Freude von (von links) Michael Ritz, Prof. Dieter Meiller, Prof. Erich Bauer, Landrat Richard Reisinger, Dr. Wolfgang Weber und Bürgermeister Roland Strehl. Bild: gf

Gemeinsam wäre es zu schaffen: Im Schloss Theuern könnte die Geschichte der Industrialisierung vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit präsent sein. Das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern wird ein weiterer innovativer Hochschul-Lernort.

Nur Gewinner kann es geben nach der Kooperationsvereinbarung zwischen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg- Weiden (OTH) und dem Bergbau- und Industriemuseum im Kulturschloss Theuern. Letzteres wird als innovativer Lernort (ILO) der OTH aufgewertet, andererseits eröffnet es den Studenten neue Möglichkeiten.

Für Landrat Richard Reisinger ist das Kulturschloss mit dem Bergbau- und Industriemuseum weder reines Museum noch reiner Kulturbetrieb. "En miniature", also im Kleinen, sei es ein Abbild des Deutschen Museums, in dem Hausherr Michael Ritz mit Hilfe der regionalen Industrie und Wirtschaft die industrielle Entwicklung der vergangenen drei Jahrhunderte darstellt. Mit den innovativen Lernorten komme die OTH ihrem Gründungsauftrag nach, betonte deren Präsident Prof. Erich Bauer: An 15 Standorten, die auf 20 wachsen sollen, gebe es Menschen, die ihr Herz für die OTH entdeckt hätten. Würde sie eigenständig Außenstellen aufbauen, käme das weitaus teurer.

Was im Bergbau- und Industriemuseum im Schloss Theuern gezeigt werde, habe die OTH in den mehr als 20 Jahren seit ihrer Gründung nicht zusammenstellen können, meinte Bauer. Die innovativen Lernorte könnten mit weiterer Förderung rechnen, wenn sie in das Nordbayern-Programm der Bayerischen Staatsregierung aufgenommen werden - was er fest annehme. Das Schloss biete sich an für Exkursionen oder Weiterbildungen, es habe aber auch die Räume und technische Ausstattung für kulturelle Veranstaltungen. Bauer versicherte, dass dort, wo ILO draufstehe, auch das Wissen der OTH eingebunden sei.

Bürgermeister Roland Strehl sieht im innovativen Lernort eine Aufwertung des Kulturschlosses und der Gemeinde Kümmersbruck. Prof. Dieter Meiller, Pate der Kooperation, kann sich vorstellen, dass 10 bis 15 Studenten pro Semester Projekte mit entsprechenden Abschlussarbeiten in Theuern verwirklichen. Auch Filme könnten erstellt werden - mit Zeitzeugen der industriellen Entwicklung in der Region.

Optimistisch in die Zukunft blickt Museumsleiter Michael Ritz: Mit der OTH könnten Vorhaben angepackt werden, die das Museum alleine nie verwirklichen könnte. Wenn seine Vorstellungen in die Tat umgesetzt werden, dann wird im Schloss Theuern künftig die Geschichte der Industrialisierung nachgezeichnet.

Hubert Zaremba, Tourismus-Leiter des Landratsamtes, berichtete, dass derzeit jährlich um die 20 000 Besucher im Schloss gezählt werden.
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