Zur Begrüßung ein Handschlag, zum Abschied eine Grippe: Ohne Händewaschen besteht ...
Nette Geste mit Folgen

Nach dem Spielen und vor dem Essen - Händewaschen nicht vergessen. Eine wichtige Regel im Kindergarten St. Martin. Bild: Steinbacher
Neustadt/WN.(esm) "Gib anderen die Hand, das gehört sich", trichtern Eltern ihren Kindern ein. Recht haben sie, ist Händeschütteln doch ein Zeichen guter Erziehung Ohne Hygiene hinterlässt diese Geste bei anderen aber mehr als nur einen guten Eindruck. Der weltweite "Tag des Händewaschens" am 15. Oktober erinnert daran.

Als Alltagswerkzeug kommen Hände täglich mit Viren in Berührung. Haften die Keime, werden sie schnell auf andere Personen oder gemeinsam benutzte Gegenstände übertragen."Diese Bakterien können über die Schleimhäute in den Körper eindringen und beispielsweise einen Infekt auslösen", erläutert Medizinaldirektor Thomas Holtmeier vom Landratsamt. Also regelmäßig Hände waschen.

Der richtige Mechanismus

Das heißt nicht, stündlich seine Hände zu desinfizieren. "Besser ist es, sie anlassbedingt mit Wasser und Seife zu reinigen", stellt Holtmeier richtig. Flüssigseife sei dabei sinnvoller als ein Seifenstück, weil dieses eine neue Sammelstelle für Keime ist. Fehlt aber der richtige Mechanismus bei der Handhygiene, bringt auch Flüssigseife nichts: "Man sollte das Mittel schon 20 bis 30 Sekunden einreiben, vor allem zwischen den Fingern." Aber eine halbe Minute Händewaschen? "Für Kinder eine Ewigkeit", wie Regina Kohl vom Kindergarten St. Martin weiß: "Manche gehen auf die Toilette und sind nach einer Minute wieder zurück. Da fragen wir natürlich nach dem Hände waschen." Kinder fassen verkeimte Gegenstände bedenkenlos an und nehmen es auch anschließend nicht so genau. Als Gedächtnisstütze hat die Kita neben den Waschbecken eine Schautafel aufgehängt, die die Kinder ans Händewaschen erinnert.

Zeit der Handhygiene

Wasser und Seife sollte nicht erst zum Einsatz kommen, wenn die Hände schmutzig sind. "Es muss in der persönlichen Hygiene fest verankert sein, die Hände nach dem Toilettengang, Nase putzen oder Tiere streicheln zu reinigen", fordert Holtmeier. Auch in der Küche spielt sie eine wichtige Rolle: Wer vor dem Kochen oder Essen nicht seine Hände wäscht, nimmt über den Mund Bakterien auf. "Und da sind wir wieder bei einem Infekt angekommen", schlussfolgert der Mediziner.

Schließlich ist auch noch Grippezeit. Wirklich schützen kann Handhygiene vor einer Ansteckung aber nicht, da die Übertragung hauptsächlich über die Atemwegsluft erfolgt. "Deshalb auch der Tipp, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten", weiß Holtmeier. Trotzdem ist Hände waschen ein Muss, weil die Gefahr einer Schmierinfektion besteht. Der Meinung ist auch Schulleiter Rainer Hetz vom Sonderpädagogischen Förderzentrums St. Felix: "Bei der letzten heftigen Magen-Darm-Grippe sind wir mit den Schülern durchgegangen, wie man effektiv Hände wäscht." Zusätzliche habe die Schule in den Klassenzimmern Bilder dazu angebracht. In der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) lernen das auch schon die Kleinsten. Pädagogen zeigen ihnen Schritt für Schritt, wie das Alltagswerkzeug Hände zu pflegen ist.
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