Zur Geschichte

Unterhalb des 792 Meter hohen Ahornbergs befindet sich das malerische Dorf Marchaney. Neben dem außergewöhnlichen Ortsnamen, der soviel wie "Grenzwachstelle" bedeutet, fällt besonders die Kirche auf, die mitten auf der grünen Wiese steht. Das Gebiet gehörte einst dem Kloster Reichenbach. Ganz früher hieß der Ort "Sancte Marie Wilere", später auch "Sancte Marienwiler".

Urkundlich erwähnt wurde er bereits 1122. Marchaney liegt an einem alten Pilgerweg, an dem seit 1434 die Jakobuskapelle steht. 1599 wurde sie von den Calvinisten geschleift und 1660 wieder aufgebaut. Die heutige Kirche St. Jakobus wurde 1733 erbaut. Die Vierungskirche mit niederer Kuppel gehört zu den Kostbarkeiten der Oberpfalz. Das Kleinod barocker Kirchenbaukunst hat die Welt dem Waldsassener Laienbruder Philipp Muttone zu verdanken.

Seine Pläne hat einst der Bärnauer Baumeister Philipp Mühlmayr umgesetzt. Der Grundriss weist die Form eines Kreuzes auf. Über der Vierung erhebt sich eine Flachkuppel mit einer hohen, engen Laterne im Zentrum. Die Deckenfresken stammen ursprünglich vom Kirchenmaler Elias Dollhopf aus Tachau. 1957 wurden die Kuppelbilder von Erwin Schöppl ergänzt und restauriert und 1982 erneut ausgebessert, saniert und fixiert.

Der barocke Hochaltar dominiert das Kircheninnere und ist noch weitestgehend das Original von etwa 1733. Die Figuren des Marien- und Leonhardialtars stammen aus St. Ulrich im Südtiroler Grödnertal. Alle zwölf Apostel schmücken als Konsolfiguren rundum die Kirchenwände. Den Kreuzweg hat mit großer Wahrscheinlichkeit der Tirschenreuther Maler Maurus Fuchs geschaffen. 1915 brannte die Kirche. Der Dachstuhl mit Kuppel und Türmchen fiel den Flammen komplett zum Opfer.

Beide Glocken schmolzen in der Glut, das Feuer vernichtete die Orgel und griff auf die .Kirchenbänke über. Noch im gleichen Jahr wurde die Kirche restauriert. Weitere Verschönerungsmaßnahmen wurden 1946, 1975, 1982 und 2011 durchführt. (tr)
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