Zustimmung und Widerspruch

In Deutschland gilt die Zustimmungslösung. Danach hat sich ein Verstorbener zu Lebzeiten via Spenderausweis mit einer Organentnahme einverstanden erklärt. Ist das nicht der Fall, können die Angehörigen entscheiden. Das ist die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung. Ähnlich sieht es in Dänemark, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz aus. In Polen, Spanien oder Österreich greift das Widerspruchsprinzip. Es bedeutet, dass einer Organentnahme ausdrücklich widersprochen werden muss. In Polen oder Österreich wird angenommen, dass bei Ausländern keine Zustimmung vorliegt, dennoch empfiehlt das Auswärtige Amt, ein Schriftstück mitzuführen, das über die persönliche Haltung Auskunft gibt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht für Auslandsreisende im Internet ein Beiblatt zum Spenderausweis in neun Sprachen: www.organspende-info.de/information/gesetz-und-studien/europa-regelungen.

Wer sich in Deutschland einen Spenderausweis zulegt, ist damit nicht automatisch einverstanden, dass er im Todesfall alle Organe zur Verfügung stellt. So kann jeder auf dem Kärtchen eintragen lassen, dass er zum Beispiel sein Herz spendet, die Hornhaut der Augen aber behalten möchte. (phs)
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.