Zwei Anläufe zum Lebensretter

Christiane Hörl und Michael Sporrer präsentieren ihr gemeinsames Werk: "Lebensretter gesucht" Bild: ü

Christiane Hörls Stammzellen schenkten einem dreijährigen Amerikaner eine zweite Chance. Weil der erste Versuch scheiterte, musste Hörl ein zweites Mal ran.

Am Anfang stand eine kurzer Tripp nach Pegnitz. Der Verein "Hilfe für Anja" hatte dorthin zur Typisierungsaktion geladen und Christiane Hörl wollte sich "schon immer typisieren lassen", erinnert sich die heute 31-Jährige. Deshalb habe sie sich auf den Weg gemacht. "Keiner weiß, wann man selber mal in so eine Situation kommt. Helfen sollte man wo und wie man kann", sagt Hörl zu ihre Entscheidung.

Zwei Jahre standen ihre Blutwerte bereits in der weltweiten Datenbank, als sie 2004 Post erhielt: Die Werte passen, sie würde als Spenderin gebraucht. "Natürlich war ich aufgeregt. Aber ich hatte nie Zweifel", sagt Hörl. "Irgendwo ist ein Mensch, dem ich helfen kann." Nur daran habe sie gedacht. Schmerzen oder Risiken wären kein Thema gewesen.

Keine Zweifel

In der Nordklinik in Nürnberg standen zunächst Tests und Untersuchungen an. Dabei erfuhr sie, dass ihr Knochenmark einen dreijährigen Buben aus Millbrook im Nordosten der USA helfen sollte. "Ich hatte vorher schon keine Zweifel, aber als ich erfuhr, dass ein kleines Kind der Empfänger war, war ich richtig stolz." Ohne Schwierigkeiten ging die Transplantation über die Bühne, nach zwei Tagen war Christiane wieder zu Hause. Und auch die Weidener Witt-Gruppe half mit: Die Datenbank hätte den Verdienstausfall übernommen, aber der Arbeitgeber gewährte Sonderurlaub. Gespannt wartete Christiane auf Information aus Amerika. Nach sechs Monate erhielt Hörl dann Nachrichten, aber keine guten: Dem Jungen ging es sehr schlecht. Er brauche erneut Stammzellen. "Ich zögerte keine Sekunde und sagte sofort zu", sagt Hörl, die heute selbst eine drei- und eine sechsjährige Tochter hat.

Treffen geplant

Zwei Jahren später durfte sich Christiane Hörl dann freuen. Die Mama des kleinen Patienten schrieb ihr per Mail die gute Nachricht: Dem Buben ging es sehr gut. Seither sei der Kontakt nicht mehr abgerissen. Zum persönlichen Kennenlernen hat es noch nicht gereicht, aber das soll bald nachgeholt werden.

Hörl ist immer noch stolz, dass sie an diesem verregneten Sonntag nach Pegnitz gefahren ist. Immer wieder versucht Christiane Hörl den Kirchenthumbacher Verein zu unterstützen, so auch im Jubiläumsjahr. Michael Sporrer bat Christiane Hörl, ihre Geschichte für sein Buch "Lebensretter gesucht" aufzuschreiben. Das war für Christiane Hörl überhaupt kein Problem. Sie lieferte nicht nur den Bericht über ihre Geschichte, sondern steuerte auch die Sicht der Mama aus Amerika bei. Nachlesen kann man beide und mehr bewegende Geschichten im Jubiläumsbuch von Hilfe für Anja.
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