Zwei Firmen zuerst am Netz

Noch sehr frisch sind die größten Erfolge des Tennisclubs Rot-Weiß im sportlichen Bereich. Dazu gehörte 2014 der Aufstieg der 1. Herren-Mannschaft in die Oberpfalzliga, in der sie auf Anhieb den dritten Platz belegte. Bild: cs

Ein Beitragsrabatt für die Mitarbeiter von Novetta und Bulag machte den Tennisclub Rot-Weiß in seiner Anfangszeit zu einer Art Betriebssportgruppe. Als Umkleide diente damals eine Holzhütte, statt einer Dusche gab's den Dornbach: Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit.

Mit sportlichen, gesellschaftlichen und kulinarischen Leckerbissen feiert der Tennisclub Rot-Weiß Auerbach am kommenden Wochenende sein 60-jähriges Bestehen. Ein guter Anlass, einmal in der Chronik zu blättern.

Für Familie und Freunde

Die ersten weißen Bälle in Auerbach wurden auf einem Privatplatz von Leo Rittinger, dem Besitzer der Firmen Bulag und Novetta, geschlagen. Familie und Freunde waren damals noch unter sich. Bald darauf entstanden auf einem gepachteten Gelände an der Neumühle zwei Spielfelder. 38 Gründungsmitglieder hoben dann 1955 im Nebenzimmer des Gasthofs Wilder Mann den Tennisclub Rot-Weiß als Sparte des ASV Auerbach aus der Taufe. Leo Rittinger wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Vor allem Mitarbeiter der beiden Firmen lieferten sich die ersten Ballwechsel. Für sie galt ein ermäßigter Jahresbeitrag. Wettbewerbe gegen andere Vereine wie Hersbruck, Rosenberg und Eschenbach waren eher selten. Kinder und Jugendliche ihr Taschengeld besserten als Balljungen und -mädchen mit 50 Pfennig pro Stunde ihr Taschengeld auf.

Als es mit Bulag und Novetta wirtschaftlich abwärts ging, nahm auch die Zahl der Mitglieder aus den Unternehmen ab. Die Beitragsvergünstigung entfiel ab dem Jahr 1969, und der Verein entwickelte sich mehr in den sportlichen Bereich. Erstmals meldete er eine Herrenmannschaft zu den Verbandsspielen. Tennis-Asse wie Christian Kuhnke und Wilhelm Bungert steigerten in Deutschland das Interesse am weißen Sport. Auch Rot-Weiß wuchs auf eine Mitgliederstärke von 80.

Boom nach dem Hallenbau

Der Bau der Tennishalle 1979 sorgte für eine regelrechte Mitgliederexplosion, da er einen ganzjährigen Spielbetrieb ermöglichte. Allerdings brachte das Projekt auch hohe Schulden. Deshalb spaltete sich die Sparte im Jahr darauf vom Hauptverein ASV Auerbach ab und wurde ein eigenständiger Club.

Sportliche Erfolge kamen ab 1976, als Günter Hasse, Johannes Fischer, Christian Wiesneth, Hermann Kraus, Josef Dirschwigl, Heinz Ackermann und Erich Sierek der Aufstieg in die Kreisliga gelang. 1978 folgten die Damen Marianne Sierek, Uli Hartmann, Wiltraud Schmid, Hannelore Müller, Dr. Ilse Götz, Marlene Reger, Doris Machaczek und Brigitte Dörrzapf.

Zug um Zug mehr Plätze

Sieben Mannschaften schickte der TC Rot-Weiß 1982 in die Medenrunde. Bezirksklassen-Luft schnupperten die Herren und Damen ab 1983. Einen Aufschwung brachten vor allem das dritte Spielfeld, ein Bambino-Platz und eine Ballwand. 1980 kamen die Plätze vier und fünf dazu. Vom Freistaat Bayern erwarb der Verein rund 10 000 Quadratmeter Grund an der Dornbacher Straße und baute weitere Tennisplätze.

Kaum mehr vorstellen können sich die heutigen Mitglieder das Vereinsgelände der Anfangszeit. Vor 60 Jahren betrat man die Tennisplätze von der Bachseite her. Dort stand an der Böschung eine Holzhütte in der Größe von etwa drei auf fünf Meter. Sie diente sowohl den Mitgliedern als auch den Gästen zum Umkleiden. Zum Waschen gab's fließendes Wasser - den Bach.

Kyrill trifft den Verein hart

1974 entstand ein Steinbau mit sanitären Anlagen an der heutigen Stelle. In neuerer Zeit traf der Sturm Kyrill den Verein 2007 hart. Das beschädigte Hallendach erschwerte den Schuldenabbau.

Jugendarbeit floriert

2009 ging die Zahl von Vollmitgliedern zurück, und auch die Hallenbelegung ließ nach. Gleichzeitig ging es mit der Nachwuchsarbeit nach oben. So konnte der Mitgliederschwund schließlich gestoppt werden.
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