Zwei Preise für Stadt Cheb

Die nur 1,6 Meter breite Krämergasse führt durch das mittelalterliche Stöckl, Wahrzeichen von Cheb/Eger. Sie endet vor dem Pachelbelhaus, wo im Jahre 1634 Albrecht von Wallenstein ermordet wurde. Bild: gjb

Es ist schon erstaunlich, wie sich Waldsassens tschechische Nachbarstadt seit der Wende verändert hat. Die neuen Dächer vieler historischer Bauten lassen erkennen, dass diese - gerade noch rechtzeitig - vor dem Verfall gerettet werden konnten.

Die Stadt hat 29 Millionen Kronen in die Renovierung dieser Kulturdenkmäler investiert. Unter anderem wurden die Bauarbeiten an der Burg fortgesetzt und die Besichtigungsrunde durch die Altstadt erweitert. Renoviert wurden viele Fassaden historisch bedeutsamer Häuser, die Stadtmauern sowie teils das Franziskanerkloster mit der Kirche "Mariä Verkündigung".

"Wunderbares Gefühl"

Noch vor wenigen Jahren hatte Cheb keinen guten Ruf, jetzt aber ist die Stadt zum beliebten Ausflugsziel vieler Touristen geworden. Diese Bemühungen der Stadt haben nun auch in Prag Beachtung und Anerkennung gefunden. Cheb wurde Sieger im Wettbewerb um den Titel "Historische Stadt 2014". "Es ist ein wunderbares Gefühl und eine riesengroße Überraschung. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet," sagte der hocherfreute Bürgermeister Petr Navrátil. "Die Stadt hat sich schon seit Jahren um diesen Titel beworben. Daran kann man sehen, dass wir den richtigen Weg gehen." Als wichtigstes Ergebnis des siegreichen und prestigeträchtigen Wettbewerb sieht der Bürgermeister die Tatsache, dass die Leute nun stolz auf ihre Stadt sein werden: "Das ist vielleicht das wichtigste daran," meint Navrátil.

Völlig unerwartet

Schon vor einigen Tagen wurde die Stadt Cheb auch noch als Sieger im Wettbewerb "Denkmal des Jahres 2014" bekanntgegeben. Hier ging es um die Neugestaltung des Schirndingerhauses. Die schwarze Fassade ist in der Bevölkerung sehr umstritten (wir berichteten). Deshalb kam dieser Sieg für viele Bürger völlig unerwartet. Die Auszeichnung wurde mit 50 000 Kronen dotiert.

Bürgermeister Petr Navrátil äußerte sich darüber sehr glücklich: "Das Schwarze Haus lässt nur wenige Menschen kalt: entweder es gefällt oder es gefällt nicht. Nichts gibt es dazwischen. Mir gefiel das Haus von Anfang an, und deshalb bin ich sehr zufrieden mit dem Preis, den dieses historische Haus gewonnen hat." (Info-Kasten)
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