Zwischen Seilkran und Harvester

Ob Seilkran oder Harvester - es waren spannende Einblicke in die Wald- und Forstarbeit, die die Mitglieder des Forstausschusses erleben durften. Bilder: stg

Joggen, Nordic-Walken und Spazierengehen - der Flötzwald bietet eine Vielfalt von Möglichkeiten. Damit dies auch so bleibt, müssen Wald- und Forstarbeiter einige Anstrengungen unternehmen.

Kemnath. (stg) Was sich alles im Wald tut, erfuhren jetzt die Mitglieder des Kemnather Forstausschusses in ihrer traditionellen herbstlichen Jahressitzung, die mit einer ausgedehnten Exkursion verbunden war. Fachkundige Erläuterungen bekamen die Ausschussmitglieder sowie weitere Mitglieder des Stadtrates - angeführt von Bürgermeister Werner Nickl - von Stadtförster Klaus Ferber, stellvertretendem Forstdirektor Walter Dunkel sowie Forstberater Johannes Bradtka.

Die "Flötz" stand wieder einmal im Mittelpunkt des Interesses der Kemnather Kommunalpolitiker. Ein zentraler Punkt der Exkursion war die Vorführung von Holzrückung mit einem Ritterseilkran durch den Forstbetrieb Weiß aus Gumpen. "Das wird gemacht in extremen Steilhängen, die nicht mehr mit modernen Holzernte- und Rückmaschinen befahrbar sind", erklärte Stadtförster Ferber. Weitere Details zur Arbeit und den technischen Daten der Maschinen lieferte Andreas Weiß.

Neben dem Seilkran wurde den Ausschussmitgliedern auch die Arbeit des Harvesters vorgeführt. Über finanzielle Förderungen durch den Freistaat beim Kraneinsatz informierte Johannes Bradtka: Diese sei möglich bei einer Hangneigung von mehr als 25 Prozent, wenn der Wald durchforstungsnotwendig sei.

Begutachtet wurde vom Gremium der rund zweieinhalb Kilometer langen "Höllgrabenweg", an dem umfangreiche Wegeinstandsetzungsarbeiten stattgefunden hatten. Ferber erinnerte daran, dass der schlechte Zustand des Weges dies dringend notwendig gemacht habe. Bei dem Anfang der 90er Jahre gebauten Weg war Handlungsbedarf geboten, denn die Gräben an der Seite wuchsen zu und das Wasser konnte nicht mehr ablaufen. Insgesamt seien mehrere Hundert Tonnen Material aufgebracht worden, investiert worden seien insgesamt 17.700 Euro. Ferber sprach einen weiteren Weg an, der demnächst angegangen werden müsste. Schätzungsweise würden hierfür etwa 10.000 Euro Kosten anfallen.

Weitere Tagesordnungspunkte waren ein Blick auf die Naturverjüngungsflächen sowie Buchenvorbauten an verschiedenen Waldbildern. In unmittelbarere Nähe der Schutzhütte setzte Stadtförster Ferber zu seinem traditionellen sogenannten "Schlussgebet" an: Dabei streifte er unter anderem die Themen Jungbestandspflege, Bepflanzungen sowie Aktionen für Kinder und Jugendliche. Bei der ausgiebigen Abschlussbesprechung in der Flötzhütte dankte Bürgermeister Nickl dem Stadtförster sowie den beiden Waldarbeitern Josef Besold und Werner Reichenberger für die geleistete Arbeit.
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