Zwischenbericht des Klimaschutzmanagers im Stadtrat
Energiebilanz gut durchwachsen

Sulzbach-Rosenberg. (zm) Mehr geht immer, weniger erst recht. Klimaschutz, das ist kein Thema mehr, gehört inzwischen zur Kommunalpolitik wie der Straßenbau. Zumal sich viel Geld sparen lässt, wenn auch am Anfang meist erhebliche Investitionen stehen. Der Ist-Zustand sollte Ansporn genug sein, legte der Klimaschutzmanager des Rathauses, Vincent Clarke, in seinem Situationsbericht dem Stadtrat indirekt nahe.

Wieder übertroffen

2014 war das bisher wärmste Jahr seit dem Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen in Deutschland 1881. Dieser Rekord wird durch das bisher wärmste erste Quartal dieses Jahres schon wieder übertroffen. Von den zehn gemessenen wärmsten Jahren datieren sieben auf die Zeit seit der Jahrtausendwende. In diesem Umfeld sind die Klimaschutz-Anstrengungen der Stadt angesiedelt und sie können nur ein minimaler Beitrag sein.

Die namhaftesten Projekte stellen die energetischen Sanierungen der Pestalozzi- und Jahnschule dar. Erstere hat zudem eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch und die Einspeisung ins Netz bekommen. Seither sinkt der Anteil des zugekauften Stroms (2014: 61 750 Kilowattstunden, kWh), der Eigenanteil steigt (15 410 kWh). Beim Wärmebedarf ergibt sich ein noch eindeutigeres Bild an Einsparungen. Je nach Betrachtungsweise lassen sich unterschiedlichste Klimaschutzeffekte ableiten. Plakativ ist die Zahl von zusammen 44,2 Tonnen vermiedenen Ausstoßes an Kohlendioxid (Strom, Wärme) jährlich. Bei der Jahnschule, die keine Photovoltaik hat, liegt dieser Effekt bei 23,8 Tonnen jährlich.

Noch eindrucksvoller fällt diese Kennzahl bei der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik aus. Ausgehend von dem Bezugswert von 2005 (Stromverbrauch 1,4 Millionen kWh) werden jetzt 32 Prozent weniger (2014: 0,9 Millionen kWh) elektrische Energie benötigt. Das entspricht einem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß von 264,7 Tonnen. Clarke streifte kurz die Austausch-Aktion von Heizungspumpen im Kooperation mit der AOVE (minus 24 Tonnen Kohlendioxid jährlich) und regte die Umsetzung eines verhaltensbedingten Einsparwettbewerbs mit der Krötenseeschule an.

Politische Entscheidung

Er sieht in Photovoltaik-Eigenverbrauchs-Anlagen in Privathaushalten und bei Kleingewerbe noch deutliche Entwicklungspotenziale und würde gerne eine Bürgerenergie-Genossenschaft anstoßen. Das sei jedoch eine politische Entscheidung, wünschte sich der Klimaschutzmanager in diesem Punkt ausdrücklich Unterstützung aus dem Stadtrat. In eine ähnliche Richtung argumentierte als Umweltbeauftragter Peter Zahn. Er wünscht sich zudem eine fraktionenübergreifende Ideensammlung weiterer Projektansätze.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.