137 von gut 800 Stromanbietern erhöhen ab Januar die Preise
Strompreise steigen - aber nicht bei allen Anbietern

Nach leichten Rückgängen 2015 wird Strom im neuen Jahr bei manchen Anbietern wieder teurer. Für einen Vier-Personen-Haushalt geht es um Mehrkosten von 30 bis 40 Euro im Jahr.

Düsseldorf/Berlin. Viele Stromkunden müssen 2016 wieder tiefer in die Tasche greifen. Ihre Versorger erhöhen die Preise Anfang des Jahres im Schnitt um knapp drei Prozent. Das Online-Vergleichsportal Verivox verzeichnete zum Januar 2016 bisher bei 137 von gut 800 Versorgern Preiserhöhungen von im Schnitt 2,8 Prozent. Knapp 50 Versorger allerdings senken ihre Preise. Das Portal Check 24 erfasste für das erste Quartal 2016 zuletzt 151 Stromversorger mit Erhöhungen ebenfalls um im Schnitt 2,8 Prozent.

Damit dürfte es 2016 wohl dabei bleiben, dass deutsche Kunden für ihren Haushaltsstrom europaweit mit am tiefsten in die Tasche greifen müssen. Im Frühjahr 2015 war Strom nur in Dänemark teurer. In Deutschland wurden durchschnittlich gut 29 Cent pro Kilowattstunde verlangt. Der Strompreis in der Grundversorgung ist damit laut Check 24 seit Juli 2007 um 47 Prozent gestiegen.

Am Börsenpreis für die Strombeschaffung liegt das nicht. Dort fällt und fällt der Preis, weil immer mehr Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch 3 bis 4 Cent - etwa halb so viel wie 2011. Die Strombeschaffung macht aber nur etwa ein Viertel des Endpreises aus. Mehr als die Hälfte sind staatliche Umlagen - und hier gibt es 2016 mehrere Erhöhungen. Die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energie steigt um knapp 0,2 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Rund 23 Prozent des Preises entfallen auf die Netzentgelte für Ausbau und Betrieb des Stromnetzes. Sie verteuern sich im Schnitt um fast vier Prozent. (Seite 17)
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