140 Tote bei Luftagriff im Jemen
USA kritisieren Saudis

Sanaa. Saudi-Arabien gerät nach einem verheerenden Luftangriff auf eine Trauerfeier in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa international unter Druck. Als Reaktion auf das Bombardement, bei dem am Samstag mindestens 140 Menschen starben, kritisierte die US-Regierung ihren Verbündeten ungewöhnlich scharf. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price, erklärte in der Nacht zum Sonntag, die Sicherheitszusammenarbeit mit dem sunnitischen Königreich sei "kein Blanko-Scheck". Augenzeugen sagten, im Gebäude hätten sich zur Zeit des Angriffs mehr als 1000 Menschen aufgehalten. Der Luftangriff auf die voll besetzte Trauerhalle, in der eine Zeremonie für den gestorbenen Vater eines Ministers der Rebellen stattfand, ist einer der schwersten seit Beginn des Bürgerkriegs. Das UN-Nothilfebüro Ocha sprach von mindestens 140 Toten und 525 Verletzten. Unter den Toten war Sicherheitsbeamten zufolge auch der Gouverneur Sanaas, Abdel Kader Helal. Von dem Gebäude blieb nur eine Ruine übrig. Den Huthi-Rebellen zufolge ist das von Saudi-Arabien geführte Bündnis für die Luftangriffe verantwortlich. Die Allianz bestritt das und kündigte eine Untersuchung gemeinsam mit US-Experten an. Allerdings bombardiert keine andere Macht den Jemen.

Weitere Beiträge zu den Themen: USA (114)Saudi-Arabien (16)Jemen (5)Huthi (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.