200 Flüchtlinge in Gymnasiumhalle

Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Landratsamtes begannen am Montagabend in der Gymnasium-Turnhalle mit dem Aufbau der Betten. Morgen werden 200 Asylbewerber einquartiert. Bild: Hartl

Als ob es Landrat Andreas Meier geahnt hätte: Am Montagmorgen tagt im Landratsamt gerade das "Notfallteam Asyl", und prompt kommt der Anruf aus Regensburg: Es kommen weitere 200 Flüchtlinge.

Neustadt/WN. (ms/tos) Nach Tirschenreuth und Weiden setzt die Regierung der Oberpfalz jetzt auch für Neustadt den Notfallplan in Kraft. Der sah ursprünglich vor, dass der Landkreis 100 Asylbewerber unterbringen muss - zusätzlich zu den bereits 650 hier lebenden. Dafür war im Herbst die Turnhalle der Lobkowitz-Realschule ausgewählt worden.

Jetzt schickt die Bezirksbehörde die doppelte Zahl, und für die ist diese Halle viel zu klein. "Wir haben schnell umgeplant und beschlossen, die 200 Leute in die Dreifach-Turnhalle des Gymnasiums einzuquartieren", berichtet Pressesprecherin Claudia Prößl. Schulleiter Dr. Anton Hochberger und Bürgermeister Rupert Troppmann wurden umgehend informiert.

Erste Betten stehen schon

Erst am Freitag hatte Regierungspräsident Axel Bartelt die Landräte und Oberbürgermeister in einem Schreiben von der dramatischen Zunahme der Flüchtlingszahlen informiert. Unmittelbar bevor standen zu dieser Zeit die Zuweisungen nach Tirschenreuth (200) und Weiden (100). Beide sind inzwischen realisiert worden. Eine weitere Zuweisung für den Landkreis Cham ist für heute vorgesehen.

Noch am Montagabend begann die Neustädter Feuerwehr mit freiwilligen Helfern des Landratsamtes in der Turnhalle auf dem Felixberg mit dem Aufbau von Schlafgelegenheiten. Der Landkreis ist bereits im Besitz von 50 Stockbetten. Weitere 100 Feldbetten müssen noch organisiert werden. "Das ist zurzeit gar nicht so einfach", weiß Prößl. Sichergestellt werden müssen auch Verpflegung, Aufenthaltsräume, Hygieneartikel, medizinische und soziale Betreuung sowie ein Sicherheitsdienst. Die Planung umfasst derzeit einen Zeitraum von sechs Wochen. Damit könnte Oberstudiendirektor Dr. Hochberger leben. "Aber nach den Ferien muss der Sportunterricht wieder gewährleistet sein", fordert der Gymnasium-Chef. Ob dies tatsächlich eintrifft, weiß momentan niemand.

Auch die Basketballer der DJK Neustadt wurden von der kurzfristigen Mitteilung völlig überrumpelt. Gerade stand der seit Wochen erarbeitete Hallenbelegungsplan für die optimale Saisonvorbereitung von 70 Jugendlichen und 40 Senioren fest. "Wir müssen nun versuchen, für das Training im August so gut wie möglich die Realschule nutzen", meint Jugendkoordinator Stefan Merkl.

Aktionstag für Flüchtlinge

Die größere Sorge gilt dem Spielbetrieb. "Wenn im September die Halle nicht bespielbar ist, ist die Regionalligasaison in Gefahr. Es gibt keine Halle mit den nötigen Voraussetzungen, in die wir ausweichen könnten", erläutert Abteilungsleiter Willi Merkl. Dennoch unterstützen die Basketballer die Unterbringung und wollen sich mit einem Basketballaktionstag für die Flüchtlinge engagieren.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.