500-Millionen-Kredit von Deutschland an Irak
Geld gegen Fluchtbewegung

Winke, winke: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi in Berlin. Bild: dpa

Berlin. Mit einem neuen Kredit über 500 Millionen Euro will Deutschland dem vom Zerfall bedrohten Irak beim Wiederaufbau helfen. Das Geld ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor allem für Infrastrukturprojekte gedacht. Der Kredit soll auch verhindern, dass im Irak wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch den Verfall des Ölpreises eine neue Fluchtbewegung entsteht.

Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Haider al-Abadi am Donnerstag in Berlin sagte Merkel, die Menschen im Irak solle Hoffnung gegeben werden, "damit sie ihr Land nicht verlassen müssen". Der Irak gehört heute schon zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es im Irak etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Al-Abadi äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass es gelingen werde, nach anderen Städten jetzt auch Mossul zurückzuerobern. Wörtlich sagte er: "Wir befinden uns jetzt im letzten Kapitel der Befreiung des Iraks. "

Militärische Hilfe fraglich


Zu Bitten des Ministerpräsidenten um militärische Hilfe äußerte sich Merkel zurückhaltend. Die Kanzlerin sagte nur, dass über die Ausbildung von Spezialisten zur Entschärfung von Sprengfallen gesprochen worden sei. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Iraks mit Waffen, die Bundeswehr bildet dort Kämpfer aus. Die irakische Armee bekommt keine solche Unterstützung.
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