88-Jähriger offiziell zum Sieger der ersten demokratischen Präsidentenwahl erklärt
Tunesien wählt die Erfahrung

Vier Jahre nach der Jasminrevolution bekommt Tunesien den ersten demokratisch gewählten Präsidenten. Die Wahlkommission gab am Montag in Tunis den Sieg des langjährigen Regierungspolitikers Béji Caïd Essebsi bekannt. Laut vorläufigem Ergebnis kam er auf 55,68 Prozent der Stimmen. Sein Gegner Moncef Marzouki, der bisherige Übergangspräsident, erhielt 44,32 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,11 Prozent.

Essebsis Team hatte den 88-Jährigen schon am Vorabend zum Sieger erklärt. Essebsi ist Chef der Allianz Nidaa Tounes, die liberale und säkulare Kräfte, jedoch auch Anhänger des 2011 gestürzten Machthabers Zine el Abidine Ben Ali vereint. Sie gewann im Oktober die Parlamentswahl. Nach der Jasminrevolution war Essebsi mehrere Monate Ministerpräsident. Schon unter Staatsgründer Habib Bourguiba war er Innen-, Außen- und Verteidigungsminister. Viele Tunesier schätzen seine Lebenserfahrung.

Essebsi ist einer der ältesten Staatschefs bei Amtsantritt. Saudi-Arabiens 90-jähriger König Abdullah bestieg schon vor neun Jahren den Thron. Israels Schimon Peres war zum Ende seiner siebenjährigen Amtszeit diesen Sommer mit fast 91 Jahren der älteste Präsident der Welt.
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