93-Jähriger soll als SS-Freiwilliger in Auschwitz-Birkenau eingesetzt gewesen sein
Wachmann vor Gericht

Wegen Beihilfe zu Mord im Vernichtungslager Auschwitz muss sich ein 93 Jahre alter ehemaliger Freiwilliger der Waffen-SS vor Gericht verantworten. Das Verfahren am Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe in mindestens 300 000 Fällen wird am 21. April beginnen. Solche Verfahren Jahrzehnte nach der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau wurden möglich, weil die Justiz seit dem Urteil gegen den KZ-Aufseher John Demjanjuk 2011 nicht mehr darauf besteht, individuelle Schuld nachzuweisen. Dem 93-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft Hannover vor, 1944 zurückgelassenes Gepäck angekommener Häftlinge weggeschafft zu haben. Ihm sei bewusst gewesen, dass die als nicht arbeitsfähig eingestuften, überwiegend jüdischen Häftlinge nach der Ankunft im KZ in den Gaskammern ermordet wurden. Durch seine Arbeit soll er das systematische Morden unterstützt haben. Der Angeklagte soll 1944 während der "Ungarn-Aktion" an der Bahnrampe im Lagerabschnitt Birkenau beschäftigt gewesen sein.
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