Abriegelung Ungarns drängt Flüchtlinge auf neue Routen
Polizeigewerkschaft fordert Grenzzaun

Für den Bau eines Zauns an der deutschen Grenze hat sich der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, ausgesprochen. Wendt sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn wir ernst gemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen. Ich bin dafür, dass wir das machen." Er erklärte seine Forderung damit, dass ein Zaun eine Kettenreaktion auslösen soll: "Wenn wir auf diese Weise unsere Grenzen schließen, wird auch Österreich die Grenze zu Slowenien schließen." Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, kritisierte die Forderung scharf: "Wer die Krawallstimmung der Rechten noch befeuert, erschwert die Arbeit der Polizei zusätzlich."

Slowenien ist seit dem Wochenende der neue Brennpunkt in der Flüchtlingskrise. Nachdem Ungarn seine Grenze zu Kroatien abgeriegelt hatte, kommen jetzt Tausende über den neuen Weg. Während sich Budapest über den Erfolg seiner Abschottung freut und einen drastischen Rückgang der Flüchtlingszahlen meldet, stockt der Flüchtlingstreck auf seiner neuen Route. 40 Busse warteten am Sonntag in Serbien an der Grenze zu Kroatien auf die Einreise. In der Ägäis sind am Wochenende mindestens 21 Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen. Am Sonntag forderte die Junge Union (JU) nach einer hitzigen Debatte auf ihrem Deutschlandtag eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen.

In einer Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Neuenkirchen hat sich unterdessen ein tödlicher Streit zwischen Heimbewohnern ereignet. Dabei wurde am Samstagabend ein 20 Jahre alter Somalier erstochen, wie die Polizei in Soltau mitteilte. Auch bei einem Streit unter jungen Flüchtlingen aus Afghanistan ist nahe Eisenach ein 20-Jähriger erstochen worden. Wie die Polizei in Gotha mitteilte, waren mehrere Männer am Samstagabend in Streit geraten. In einem Hamburger Flüchtlingslager sind am Samstagabend 14 Wohncontainer komplett ausgebrannt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung durch einen Bewohner aus.
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