Abschluss der katholischen Bischofsversammlung
Kirche engagiert

Fulda. Die katholische Kirche in Deutschland hat in den ersten sieben Monaten rund 80 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit eingesetzt. 52,5 Millionen Euro flossen hierzulande in Projekte, weitere 27,3 Millionen Euro in Krisenregionen. Das teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Donnerstag zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung mit. Die Zahlen stammen aus einer neuen Umfrage unter den Diözesen.

2015 hatte die katholische Kirche nach eigenen Angaben mindestens 112 Millionen Euro für Flüchtlinge ausgegeben, davon 70,8 Millionen im In- und 41,2 Millionen im Ausland. Die DBK spricht von Mindestangaben, weil die außerordentliche Hilfe der Ordensgemeinschaften und Verbände nicht erfasst sei. Zudem hätten in 1381 kirchlichen Gebäuden rund 28 000 Flüchtlinge eine Bleibe gefunden. Auch in diesem Jahr halfen wieder Zehntausende in der Flüchtlingsarbeit. "Ich habe keinen Rückgang erlebt. Das ist großartig weiterhin", sagte der DBK-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx.

"Problematisch" sieht er die Entwicklung der politischen Debatte. "Mancherorts hat sich die Sprache bedenklich radikalisiert, was weder den Flüchtlingen gerecht wird, die in ihrer ganz großen Mehrheit eben keine Terroristen oder Kriminelle sind, noch dem gesellschaftlichen Frieden", so Marx. "Deutschland ist ja seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland - was manche nicht wahrhaben wollen." Ein Viertel der Bevölkerung habe Migrationshintergrund.
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