Ärger um Forsa-Umfrage
CSU greift Meinungsforscher an

"Die Ergebnisse zeigen, dass Horst Seehofers wiederholte Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel also keinesfalls Wähler am rechten Rand der CSU binden." Zitat: Forsa-Chef Manfred Güllner

Erstmals seit Beginn der Flüchtlingskrise ist die CSU laut einer Umfrage vom bundesweiten Abwärtssog der Union erfasst. Die Reaktion aus München: Ein Frontalangriff auf die Meinungsforscher.

Hamburg/München. Die CSU würde derzeit laut einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Untersuchung für das Magazin "Stern" bei einer Landtagswahl um fast acht Punkte auf 40 Prozent abrutschen und damit ihre absolute Mehrheit im Landtag verlieren. Die AfD hingegen steigt demnach auch in Bayern auf 10 Prozent. Die Interpretation von Forsa-Chef Manfred Güllner: "Die Ergebnisse zeigen, dass Horst Seehofers wiederholte Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel also keinesfalls Wähler am rechten Rand der CSU binden."

Scheuer: "Unprofessionell"


Die CSU-Spitze attackierte daraufhin den Meinungsforscher: "Bei allen seriösen Umfrageinstituten liegt die CSU seit vielen Monaten und auch zeitgleich stabil um 48 Prozent", sagte Generalsekretär Andreas Scheuer . Güllner mache mit Forsa keine Umfragen, sondern Stimmung. "So was überhaupt zu veröffentlichen, ist stümperhaft und unprofessionell." CSU-Chef Horst Seehofer sagte, er nehme die Umfrage nicht ernst und sehe die CSU in der Umfragegunst deutlich besser als Forsa: "Wir sind sehr, sehr stabil in der absoluten Mehrheit." Seehofer beschuldigt Güllner seit Jahren, mit seinem Umfragen Politik machen zu wollen. In der Tat waren die Umfragewerte der CSU bei anderen Instituten in den vergangenen Monaten besser. Allerdings gibt es in der CSU-Spitze vereinzelt warnende Stimmen, die den guten Umfragen misstrauen.

Glück äußert Bedenken


Der frühere Landtagsfraktionschef Alois Glück äußerte schon vor Veröffentlichung der Umfrage Bedenken: "Massive Erosionserscheinungen in der Beziehung zur CSU gibt es zum Beispiel bei denjenigen, die sich für Flüchtlinge engagiert haben. Manche Äußerungen und Bewertungen zur Willkommenskultur wirken hier entsprechend negativ", sagte Glück der "Passauer Neuen Presse". Generalsekretär Scheuer wies auch das zurück: "Bei allen Verdiensten von Alois Glück in der Vergangenheit: Seine einseitige Sichtweise ist unzutreffend." Keine andere Partei in Bayern und in Deutschland sei gerade in der Flüchtlingskrise so nah an den Sorgen und Bedürfnissen der ganzen Bevölkerung.

Auch die SPD würde laut Forsa 4,6 Punkte verlieren und auf 16 Prozent sinken. Die Grünen hingegen wären so stark in Bayern wie noch nie: Sie würden um 5,4 Prozentpunkte auf 14 Prozent zulegen. Die Freien Wähler kämen auf 6 Prozent (minus 3). An der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden die FDP und die Linke.

Die Ergebnisse zeigen, dass Horst Seehofers wiederholte Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel also keinesfalls Wähler am rechten Rand der CSU binden.Forsa-Chef Manfred Güllner
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.