Ärzte töten nicht

17 Vertreter der regionalen Ärztekammern scharen sich um den Präsidenten der Bundesärztekammer. Sie beteuern, dass es in Sachen Sterbehilfe keine abweichende Meinung gebe. Die klare Linie: Ärzte töten nicht auf Verlangen und helfen nicht beim Suizid.

(KNA/dpa) Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, betonte am Freitag in Berlin, "dass die Tötung des Patienten, auch wenn sie auf dessen Verlangen erfolgt, sowie die Beihilfe zum Suizid nicht zu den Aufgaben des Arztes gehören". Um die Einheit der Ärzteschaft in dieser Frage zu unterstreichen, waren alle 17 Präsidenten der Landesärztekammern mit vor die Presse getreten. Länderspezifische Unterschiede bei der Umsetzung der Musterberufsordnung in den Landesärztekammern betreffen laut Montgomery nicht diese Haltung. Diese sei "ebenso einheitlich wie eindeutig". Er wies auch den von der Politik vorgebrachten Vorwurf eines "Flickenteppichs" zurück. Für Bayern und Baden-Württemberg, die die Musterberufsordnung in dieser Frage nicht umgesetzt haben, sei dies durch Grundaussagen zur Berufsordnung abgedeckt. Für alle Ärzte gelte: "Sie sollen Hilfe beim Sterben leisten, aber nicht zum Sterben."

Nach Angaben Montgomerys wünscht sich die Ärzteschaft von der Politik ein Verbot jeder Form der organisierten Beihilfe zum Suizid einschließlich der Werbung. Ansonsten seien keine weiteren rechtliche Regelungen nötig. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begrüßte die klare Haltung.

Montgomery räumte ein, dass es bei der sogenannten palliativen Sedierung Unsicherheiten gebe. Hierzu heißt es in den Grundsätzen der Bundesärztekammer zur Sterbebegleitung: "Bei Sterbenden kann die Linderung des Leidens (palliative Sedierung) so im Vordergrund stehen, dass eine möglicherweise dadurch bedingte unvermeidbare Lebensverkürzung hingenommen werden darf." Hier wolle man für mehr Aufklärung sorgen. Wer als Arzt in einem solchen Fall die Behandlung genau dokumentieren könne, müsse in keinem Fall mit dem Entzug der Zulassung rechnen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.