AfD auf Siegeszug
Kurs auf die Bundestagswahl

Der Spitzenkandidat der AfD, Leif-Erik Holm (Mitte), und die beiden stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alexander Gauland (links) und Beatrix von Storch (rechts) feiern nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Bild: dpa

Schwerin. Die AfD hat ihr großes Ziel bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erreicht: Mit rund 21 Prozent wurde sie am Sonntag zweitstärkste Kraft nach der SPD und - das war ihr besonders wichtig - vor der Union. Denn in Mecklenburg-Vorpommern liegt der Bundestagswahlkreis von Angela Merkel (CDU), bisher eine sichere Bank für die Kanzlerin. "Das Ergebnis hat große Symbolkraft für die Bundestagswahl in einem Jahr", sagt Bundesparteivize Alexander Gauland bei der Wahlparty in einem Strandcafé am Schweriner See.

"Anfang vom Ende" Merkels


Einen "historischen Sieg" nennt Gauland das Ergebnis vom Sonntag, auch wenn es vor dem Wahlsonntag höhere Umfragewerte von bis zu 23 Prozent gab und mancher in der Partei wohl insgeheim auf einen neuen Rekord gehofft hatte. Ihr bislang bestes Ergebnis hat die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im März mit 24,3 Prozent eingefahren. "Meck-Pomm" ist das neunte Bundesland, in dem die AfD im Parlament sitzt. Und mit dem Wahlergebnis vom Sonntag spürt die Partei noch stärkeren Rückenwind für ihr eigentliches Ziel, den Einzug in den Bundestag 2017 und die Abwahl der Kanzlerin. Björn Höcke, der Thüringer Fraktionsvorsitzende vom rechten Flügel der rechten Populisten, gibt die gut 21 Prozent von Mecklenburg-Vorpommern als "Minimalziel" für die Bundestagswahl aus. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry sieht im Wahlerfolg ihrer Partei vor allem ein Signal gegen die bisherigen Parteien. Die AfD habe aus allen Parteien Wähler für sich gewinnen können, sagte Petry. Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm hatte sich im Wahlkampf moderat präsentiert und in der Landespolitik stark auf das Thema Familie gesetzt. Aber selbstredend schoss er auch auf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, forderte eine konsequente Schließung der Grenzen. "Vielleicht ist das heute der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels", sagte er.

Das Ergebnis hat große Symbolkraft für die Bundestagswahl in einem Jahr.Alexander Gauland, Bundesparteivize der AfD
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