AfD ruft zu Trauerkundgebung für Anschlagsopfer am Montag in Dresden auf
Auf Tuchfühlung mit Pegida

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat nach der Terrorattacke in Paris mit islamkritischen Kommentaren einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. AfD-Chef Bernd Lucke versuchte am Donnerstag die Wogen zu glätten. Er rief zur Besonnenheit auf und warnte davor, die Gewalttat zweier Extremisten einer ganzen Religionsgemeinschaft anzulasten, "deren Großteil aus friedliebenden, unbescholtenen Menschen besteht". Diese Mahnung richtete sich womöglich auch an seinen Stellvertreter Alexander Gauland. Dieser hatte am Mittwoch erklärt, der Pariser Anschlag zeige, dass die Demonstranten der Protestbewegung Pegida mit ihren Warnungen vor einer "Islamisierung des Abendlandes" recht hätten. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte, Pegida und die AfD müssten aufpassen, "dass sie nicht das Geschäft der Terroristen betreiben." Aus den Reihen der AfD hieß es dazu: "Die Gleichen, die der AfD vorwerfen, das Attentat von Paris zu instrumentalisieren, waren sich nicht zu schade, die tödliche Katastrophe von Fukushima für die Energiewende in Deutschland politisch zu instrumentalisieren." Die Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen, Frauke Petry, erklärte am Donnerstag nach ihrem ersten Treffen mit den Organisatoren der Pegida-Demonstrationen, die AfD habe inhaltliche "Schnittmengen" mit der Protestbewegung. Weitere Treffen oder eine konkrete Zusammenarbeit seien aber nicht geplant. Das hielt den AfD-Bundesvorstand aber nicht davon ab, für den kommenden Montag zu einer gemeinsamen Trauer-Kundgebung aller Parteien, Religionsgemeinschaften und Bürgerinitiativen aufzurufen - und zwar ausgerechnet am kommenden Montag in Dresden, wo bereits eine Kundgebung der Pegida-Bewegung geplant ist.
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