Ajatollah Chameini untersagt internationale Kontrollen im Iran
Atomabkommen in Gefahr

Mit seinem Veto torpediert Ajatollah Ali Chamenei die Atomverhandlungen mit dem Iran. Bild: dpa
Irans oberster Führer hat die Inspektion der Militäranlagen des Landes durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) strikt verboten. "Dafür wird keine Erlaubnis erteilt", sagte Ajatollah Ali Chamenei am Mittwoch. Auch werde es der IAEA nicht erlaubt, Interviews mit iranischen Atomwissenschaftlern zu führen. Chamenei hat laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen.

Seine "rote Linie" könnte die Atomverhandlungen mit dem Westen noch komplizierter machen und den für Ende Juni geplanten Abschluss eines Abkommens in Gefahr bringen. In den Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) hatte der Iran akzeptiert, auch das IAEA-Zusatzprotokoll wiederaufzunehmen. Das würde der UN-Behörde in Wien ermöglichen, auch Militäranlagen zu besichtigen, wo der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten an Kernwaffen gearbeitet haben soll. Die IAEA fordert schon seit Jahren besonders die Inspektion des Stützpunkts Parchin südöstlich von Teheran. Das Atomteam von Präsident Hassan Ruhani soll der Forderung zugestimmt haben, aber nur für eine Besichtigung. Für den Ajatollah sind solche Inspektionen weiter ein Tabuthema.
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