Al-Shabaab-Miliz ermordet 170 Studenten
Kenia unter Schock

Sie hatten Glück: Überlebende des Massakers an der Universität im kenianischen Garissa versuchen, über die grauenhaften Erlebnisse hinwegzukommen. Bild: dpa
Der verheerende Islamistenangriff auf die Universität von Garissa im Osten Kenias mit 170 Toten hat das Land in tiefe Trauer gestürzt. Mindestens vier maskierte Mitglieder der somalischen Al-Shabaab-Miliz hatten die Hochschule am frühen Donnerstagmorgen gestürmt und anschließend fast 16 Stunden lang besetzt. Die meisten Opfer waren Studenten. Sicherheitskräften gelang es, 580 weitere Studenten vor den brutalen Extremisten zu retten. Rund 80 Menschen wurden verletzt. Es handelte sich um das bisher schlimmste Blutbad der Miliz.

Die Al-Shabaab hatte sich nach wenigen Stunden zu der Tat bekannt. Die Gruppe, die vor allem im Zentrum und Süden Somalias aktiv ist, geht auch dort mit unverminderter Härte gegen die Bevölkerung vor, um eine strenge Auslegung des islamischen Rechts Scharia durchzusetzen. Schon lange fordern die Fundamentalisten den Abzug kenianischer Truppen aus dem Nachbarland und verüben wegen des Militäreinsatzes Vergeltungsanschläge auf kenianischem Boden.

Augenzeugen sagten, die Angreifer hätten die Studenten aufgefordert, Verse aus dem Koran zu zitieren. Anschließend ermordeten die Extremisten hauptsächlich christliche Studenten, die nicht antworten konnten. Der Angriff war der blutigste in Kenia seit dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Nairobi im Jahr 1998, bei dem über 200 Menschen getötet wurden. (Seite 8)
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