Altbundeskanzler
Helmut Kohl trifft Viktor Orban

Berlin. Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) will sich demnächst mit dem umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán treffen. Das berichtete die "Bild"-Zeitung (Montag). Orbán gilt in der Flüchtlingspolitik als Gegenspieler von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Wann und wo genau der 86-jährige Ex-Kanzler mit Orbán zusammenkommen will, ist unklar. Möglicherweise wird Kohl den Ungarn in seinem Privathaus in Oggersheim empfangen. Nach "Bild"-Informationen schätzt Kohl den ungarischen Regierungschef und verteidigt ihn gegen Kritik als "Europäer mit Herzblut".

Die "Bild"-Zeitung zitierte zudem aus einem Beitrag Kohls für ein demnächst erscheinendes Buch zur europäischen Politik. "Einsame Entscheidungen, so begründet sie dem Einzelnen erscheinen mögen, und nationale Alleingänge müssen der Vergangenheit angehören. Sie sollten im Europa des 21. Jahrhunderts kein Mittel der Wahl mehr sein, zumal die Folgen von der europäischen Schicksalsgemeinschaft regelmäßig gemeinsam getragen werden müssen", schreibt Kohl.

Ob Kohl mit dem Orbán-Treffen und dem Aufsatz indirekte Kritik am Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik üben möchte, ist nicht klar. Merkels Sprecher kommentierte: "Der Altbundeskanzler ist selbstverständlich vollkommen frei in der Auswahl seiner Besucher oder der Menschen, die er trifft." Die Kanzlerin fühle sich nicht angegriffen. Auch Merkel hat einen Beitrag für das Buch geschrieben, in dem Kohls Aufsatz erscheint. Es heißt "Europa im Schicksalsjahr" und wird von CDU-Vize Armin Laschet herausgegeben.
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