Alterssurvey 2014
Deutsche gehen zuversichtlicher in die zweite Lebenshälfte

Senioren auf der Seebrücke in Binz auf Rügen: Die Bundesbürger blicken heute mit mehr Zuversicht auf das Älterwerden als noch vor wenigen Jahren. Archivbild: dpa

Aktiver, engagierter, gesünder. Älterwerden fühlt sich in Deutschland nach einer Langzeitstudie immer besser an. Allerdings gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Auch bei der Hausarbeit.

Von Werner Herpell, dpa

Berlin. Vier von fünf Menschen über 70 sehen ihr Leben in Deutschland positiv. 85 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 40 und 65 sind mit ihrem Job zufrieden. Zwei Drittel der Bürger mittleren bis höheren Alters sagen, sie seien bei guter Gesundheit. Neun von zehn Menschen finden ihre Wohnsituation gut bis sehr gut. Und immerhin jeder Vierte engagiert sich ehrenamtlich - vor 20 Jahren waren es 11 Prozent.

"Erfreulich" nennt Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Ergebnisse der in Berlin vorgestellten Studie mit dem sperrigen Namen "Deutscher Alterssurvey 2014". Ein spannender "Blick in die Glaskugel" sei der 500-Seiten-Report über Beruf und Ruhestand, Familie und Sozialkontakte, Freizeit und Gesundheit der heute 40- bis 85-Jährigen. Einige der wichtigsten Ergebnisse:

Job als Normalität: Immer mehr Menschen über 40 sind erwerbstätig - waren es 1996 rund 60 Prozent, so arbeiten jetzt zwei von drei Bürgern (74,1 Prozent). Bei den 54- bis 65-Jährigen wuchs der Anteil am deutlichsten - um etwa 20 Prozentpunkte. Aber: Immer weniger Älteren gelingt inzwischen ein nahtloser Übergang in die Rente.

"Unruhestand": Arbeiten nach dem Renteneintritt ist inzwischen für gut jeden Neunten (11,6 Prozent) in Deutschland Realität. Beim ersten "Alterssurvey 1996" lag dieser Anteil knapp über 5 Prozent. Erwerbstätigkeit im Ruhestand wird dabei überwiegend in Teilzeit absolviert. Viele arbeiten dann als Selbstständige - bei den 66- bis 71-Jährigen beispielsweise über 38 Prozent.

Job-Zufriedenheit: Die große Mehrheit der 40- bis 65-Jährigen (81,2 Prozent) fühlt sich durch ihre Tätigkeit insgesamt weder unter- noch überfordert. In der Altersgruppe der 54- bis 59-Jährigen zeigt sich allerdings eine vergleichsweise hohe zeitliche und nervliche Belastung im Job (51,4 Prozent), auch der körperliche Stress wird hier am stärksten empfunden (35,7 Prozent).

Beruf und Haushalt: Es gibt immer weniger Alleinverdienerhaushalte, in denen nur der Mann im Beruf steht - dafür sind bei mehr als der Hälfte der älteren Paare bis 65 beide Partner erwerbstätig. Dennoch tragen viele Frauen weiterhin die Hauptlast beim Putzen, Bügeln und Kochen: Wie schon 2008 übernehmen "in sechs von zehn Paarhaushalten überwiegend die Frauen die Hausarbeit", heißt es in dem Altersreport. Das "Pascha-Verhalten" betreffe alle Männer-Altersgruppen, so die Experten.

Großeltern und Enkel: Während von 1996 bis 2008 der Anteil der Omas und Opas, die ihre Enkel betreuen, rückläufig war, engagieren sich dafür jetzt wieder mehr Großeltern. Der Anteil stieg innerhalb von sechs Jahren deutlich von 24,7 auf 30,2 Prozent.
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