Am Super Tuesday richten sich alle Augen auf die Republikaner
Super Trump-Tag

Der Republikaner Donald Trump gibt sich siegesgewiss. Bild: dpa

"Super Tuesday", Großkampftag in den USA. Wahlen in zwölf Staaten, es geht um Hunderte Delegierte. Wird das die Krönungsmesse für Donald Trump? Es ist angerichtet.

Washington. Er wird nach diesem Dienstag noch nicht am Ziel sein. Aber er wird ihm sehr viel näher kommen. Nach dem "Super Tuesday (Super Dienstag)", einem Höhepunkt im Vorwahlkampf der USA, könnte es nicht mehr viel geben, was zwischen Donald Trump und der Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei liegt. Wie konnte es so weit kommen? Und was geschieht dann? Die Ausgangslage: In zwölf Staaten wird am Dienstag gewählt. Bei den Republikanern geht es um mehr als 600 Delegierte, bei den Demokraten um rund 1000. Letzte Umfragen sehen Trump fast überall vorne. Eng wird es in Texas, Heimatstaat von Ted Cruz. Aber selbst als guter Zweiter sicherte Trump sich dort einen großen Anteil der Delegierten.

Gewächs der Republikaner


Der einzige, der Trump stoppen kann, ist der Wähler, schrieb die "Washington Post". Vielleicht will er das aber gar nicht, der Wähler. Robert Kagan schreibt für den Thinktank Brookings: Trump sei Gezücht, Schuld und Verantwortung der republikanischen Partei. An seinem Erstarken sei niemand schuld als die Republikaner selbst. Der Göttinger Politikwissenschaftler Torben Lütjen sieht es so: Zunächst habe die Grand Old Party Amerika mit der politischen Erzählung versorgt, das Land werde von einer abgehobenen Elite des Liberalismus regiert. Dort das korrupte, verkommene Washington, hier das amerikanische Kernland.

Es folgten erfolgreiche Jahre des Konservatismus unter anderem mit Steuersenkungen, von denen aber ausschließlich Reiche profitierten. Lütjen: "Um das fragile Bündnis mit den Wählern zusammenzuhalten, mussten die Attacken auf den Feind ständig gesteigert werden, der Feind ins Riesenhafte überhöht." Am Ende griffen Ablehnung und Feindschaft auf das System über. Jeder wollte in Washington aufräumen.

Es folgten sieben Jahre, die den Republikanern vor allem als komplette, 100-prozentige Verweigerung aller Zusammenarbeit mit Präsident Barack Obama dienten. Der Kompromiss wurde zum Schimpfwort. Lütjen: "Wer dem Affen ständig Zucker gibt, darf sich nicht wundern, wenn ihm plötzlich ein 400-Kilo-Gorilla auf dem Schoß sitzt." Nun regiere die Anti-Politik. "Trump: Das Monster, das die GOP geschaffen hat", schreibt die "Washington Post".

Die GOP, liegt in Trümmern. Trump braucht sie nicht, ebenso wenig wie die Medien. Er kanalisiert die Wut im Land auf alle, die vermeintlich nichts geregelt bekommen. Er befeuert einen auf seine Art sehr amerikanischen Kinderglauben: Der Donald, der wird alles gut machen. Der ist Milliardär. Der hat Erfolg. Der kann das. Das mag ein etwas unterkomplexes Politikverständnis sein, aber es ist überaus erfolgreich. Lakonisch schreibt "Vanity Fair": All die schönen Faktenchecks, von denen es noch nie so viele gab wie in diesem Wahlkampf, sie werden einen Lügner nicht vom Weißen Haus fernhalten.

Trump ist alles andere als ein Ideologe. Er ist ein Demagoge und ein Hetzer. Er wird von Neonazis unterstützt und vom Ku Klux Klan. Inhaltlich ist er aber oft nahe bei den Demokraten. Er ist ein Selbstdarsteller, hat wie niemand sonst begriffen, was die Leute hören wollen und wie man Tsunamis in den Social Media losschickt. Er ist brutal, rücksichtslos, antiintellektuell und gewieft.

Entscheidender Monat


Der März ist ein entscheidender Monat. Die Mehrzahl der Delegierten wird vergeben. Vor allem auf den 15. März richtet sich der Blick, eine Art zweiter "Super Tuesday", wenn mit Florida der erste jener Staaten ansteht, in denen der Sieger alle Delegierten-Stimmen erhält. Sonst werden dies anteilig vergeben. Dann wird man klarer sehen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.