Am Tag nach dem tragischen Unfall am Amberger Busbahnhof [Aktualisierung]
Alle stehen unter Schock

"Ruhe in Frieden": Am Busbahnhof legten Trauernde am Freitag Blumen für das kleine Mädchen nieder. Es war tags zuvor von einem Citybus überfahren worden. Noch ist der genaue Hergang des Unfalls nicht geklärt. Die Polizei sucht Zeugen, insbesondere nach einem dunkelhäutigen Mann mit gelbem T-Shirt, der das Geschehen beobachtet haben soll.

Amberg. (roa) "Den Eltern reißt das den Boden unter den Füßen weg", sagte Carsten-Armin Jakimowicz einen Tag nach dem tragischen Unglück am Busbahnhof. Der Notfallseelsorger betreute die Angehörigen nach dem Tod des kleinen Mädchens am Donnerstagabend.

Nicht nur sie und der Busfahrer sind geschockt: Auch Augenzeugen und Ersthelfer sowie Mitarbeiter des Roten Kreuzes nehmen die Hilfe von Jakimowicz am Freitag in Anspruch. Sie bekommen die schrecklichen Bilder nicht mehr aus dem Kopf: Ein zwölf Monate altes Kind aus Amberg wurde von einem Bus überrollt und war sofort tot.

Halt geben

Was kann das Leid der Betroffenen lindern? "Man kann nur versuchen, durch Begleitung Halt zu geben", sagte Jakimowicz. Gemeinsam mit vier Kollegen leistete der Religionspädagoge seelische Hilfe am Unfallort. Bis kurz vor Mitternacht stand er am Donnerstag den Angehörigen bei. Besonders wichtig sei in diesen Situationen, dass frühzeitig ein soziales Netz da ist. Dies sei bei der Familie vorhanden. Auch die Großeltern waren zum Unfallort gekommen.

Dunkelhäutiger gesucht

Aus ermittlungstaktischen Gründen möchte sich die Polizei momentan nicht zum genauen Ablauf äußern. Derzeit werden die Zeugen befragt. "Es waren mehrere Personen vor Ort", informierte Albert Brück, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberpfalz. Diese könnten zur Klärung des Unfallhergangs beitragen. "Insbesondere suchen wir nach einem dunkelhäutigen Mann mit gelbem T-Shirt, der den Unfall beobachtet haben soll", sagte Brück. Er habe eine große, kräftige Statur, das Alter sei nicht bekannt. Dieser und weitere Zeugen sollen sich mit der Polizei unter der Nummer (09621) 890-501 in Verbindung setzen.

Zudem hatte die Staatsanwaltschaft Amberg ein Büro für Unfallanalytik beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Die Analytiker waren noch am Donnerstagabend vor Ort und inspizierten die Unfallstelle.

Linzer: "Zutiefst erschüttert"

André Linzer, Geschäftsführer des Busunternehmens Linzer, wurde am Donnerstagabend kurz nach dem Unfall von seinem Betriebsleiter über das Unglück informiert. Am Freitag äußerte er sich auf Nachfrage der AZ: "Die Firma ist zutiefst erschüttert. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Kindes."
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Die Meldung vom Vorabend

(jrh/roa) Tragischer Unfall in Amberg. Ein einjähriges Mädchen wurde am Donnerstagabend gegen 19.50 Uhr am Busbahnhof am Kaiser-Ludwig Ring vom Hinterrad eines Linienbusses überrollt und war nach Auskunft der Polizei sofort tot.

Das Mädchen war mit seiner Mutter unterwegs gewesen. Der Personentransporter stand nach Angaben der Polizei zunächst still in der Warteschleife und setzte sich erst in Bewegung. Ob das Kind stolperte und so über den Randstein fiel, konnte am Donnerstagabend bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden. Eine Videoauswertung soll Aufschluss über den genaueren Unfallhergang geben.

Die Staatsanwaltschaft Amberg beauftragte ein Büro für Unfallanalytik zur Klärung der Unfallursache. Zeugen sowie die vor Ort anwesenden Eltern wurden psychologisch betreut. Die Mutter des Mädchens wurde mit Schock ins Klinikum St. Marien eingeliefert.

Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich bei der Polizei Amberg unter der Rufnummer 09621/890-501 zu melden.

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