Amerika hat gewählt
Donald Trump gewinnt US-Wahl: Populist will Amerika einen

Donald Trump hat die Überraschung geschafft: Er hat sich in der US-Wahl gegen Hillary Clinton durchgesetzt. Bild: dpa (Foto: EPA)
 

Sein Sieg schockt viele, Rechtskonservative jubeln: Donald Trump zieht ins Weiße Haus ein. Im Wahlkampf hat er viel ausgeteilt, nun will er aber versöhnen. Doch Misstrauen bleibt.

Washington. Der unberechenbare Quereinsteiger Donald Trump wird US-Präsident und wirbelt die politische Weltordnung durcheinander. Der umstrittene Republikaner gewann entgegen den meisten Umfragen die Präsidentschaftswahl. Der 70-jährige Unternehmer führt nun die größte Wirtschafts- und Militärmacht der Welt.

Die Demokratin Hillary Clinton räumte ihre Niederlage in einem Telefonat mit Trump ein, wie CNN meldete. Öffentlich äußerte sie sich zunächst nicht. Trump versprach vor seinen Anhängern, er wolle das Land jetzt einen. Die USA gelten nach einem extrem ruppigen Wahlkampf als tief gespalten.

Die Sorge vor einem Sieg des Populisten war international groß gewesen, auch in Deutschland. In seiner Dankesrede bot Trump der Weltgemeinschaft am Mittwochmorgen (MEZ) eine faire Zusammenarbeit an. «Wir werden großartige Beziehungen pflegen», sagte er. Amerika müsse aber zuerst kommen. Den Menschen anderer Länder wolle er die Partnerschaft der USA anbieten, nicht die Feindschaft.

Wladimir Putin gratuliert


Als einer der ersten Staatschefs gratulierte Russlands Präsident Wladimir Putin. Er hoffe, dass es gemeinsam gelinge, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen.

Europäische Politiker erwarten schwierigere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Sie reichten aber tiefer als die Tagespolitik, betonte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Rechtspopulisten wie die Französin Marine Le Pen und die deutsche AfD-Politikerin Beatrix von Storch gratulierten Trump, genau wie der rechtskonservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban.
Der New Yorker Milliardär Trump wird am 20. Januar als 45. Präsident ins Weiße Haus einziehen. Laut CNN (Stand 10 Uhr MEZ) kommt er auf mindestens 289 Wahlleute, Clinton auf 218. Nötig sind 270.

Mehrheit der Republikaner im Kongress


Beim Regieren kann er auf die Mehrheit seiner Republikaner im US-Kongress setzen und so möglicherweise entscheidende Vorhaben umsetzen. Die Konservativen verteidigten bei Wahl ihre Mehrheiten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus.

Trump wiederholte eine Reihe seiner Wahlversprechen. Er werde dafür sorgen, dass sich das Wirtschaftswachstum der USA verdoppele, kündigte er an. Die Infrastruktur solle wieder aufgebaut werden. Dadurch würden Arbeitsplätze zurück ins Land geholt. Er habe einen «großartigen» ökonomischen Plan für das Land, sagte er.

Die Wahlnacht war über Stunden eine extreme Zitterpartie. Der Republikaner konnte die umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio und Wisconsin für sich entscheiden. Clinton gewann von den sogenannten Swing States (Wechselwählerstaaten) lediglich Nevada, Virginia und Colorado. Die Niederlage dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Trump sagte nach der Entscheidung, für ihren Dienst an den USA schulde man Clinton sehr großen Dank.

Vor allem in mehreren Bundesstaaten im sogenannten Rostgürtel, einer einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung geprägten Industrieregion im Nordosten, konnte die Demokratin nicht überzeugen.
Trump hatte mit populistischen Parolen Wahlkampf gemacht. Er wetterte immer wieder gegen Einwanderung, internationale Handelsabkommen und Globalisierung und machte diese für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich. Seine Stimmungsmache verfing offensichtlich stärker, als es Meinungsforscher vorausgesehen hatten. Die Märkte reagierten auf Trumps Wahlsieg mit starken Kursschwankungen.

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Beide Kandidaten unbeliebt


Trump ist ein politischer Quereinsteiger. Seine Qualifikation begründete er in der Vergangenheit auch mit seinen Leistungen als Unternehmer. Die aber sind keineswegs so glorreich, wie er immer wieder behauptet. Innerhalb von 18 Jahren meldeten vier Firmen aus seinem Kasino-Imperium Insolvenz an. Trump ist zum dritten Mal verheiratet und hat fünf Kinder.

Noch nie in der Geschichte der US-Wahlen waren zwei Kandidaten so unbeliebt: Trump wegen seiner Art und seiner Ausfälle, Clinton wegen ihrer Skandale und ihrer Nähe zum bestehenden System. Beide Kandidaten hatten sich erbitterte Auseinandersetzungen geliefert. Der Wahlkampf gilt als einer der härtesten und schmutzigsten der amerikanischen Geschichte. Fakten und Inhalte spielten kaum eine Rolle.

Wahlberechtigt waren etwa 219 Millionen Menschen. Voraussetzung war, dass sich ein Wähler registrieren ließ und nicht von der Wahl ausgeschlossen wurde - beispielsweise wegen einer kriminellen Vergangenheit. Die Wahlmänner wählen im Dezember stellvertretend für das amerikanische Volk den Präsidenten.
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Irene Kassubek aus Weiden in der Oberpfalz | 09.11.2016 | 19:05  
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