Amnesty beklagt internationales Krisenmanagement
Vernichtendes Zeugnis

Ein syrisches Mädchen, vertrieben aus der Heimat, blickt verzweifelt durch einen Maschendrahtzaun. Amnesty international lässt kein gutes Haar am internationalen Krisenmanagement - in Syrien und anderen Krisenherden der Welt. Bild: dpa
Amnesty International hat angesichts der verheerenden Menschenrechtslage in vielen Ländern der Welt zum Generalangriff auf das Krisenmanagement der Weltgemeinschaft ausgeholt. Der Weltsicherheitsrat habe als Instrument versagt, die Europäische Union stecke ihren Kopf in den Sand, etwa beim Umgang mit der Flüchtlingssituation im Mittelmeer. Für das laufende Jahr sieht Amnesty schwarz: Mehr Menschen unter der Knute von brutalen Terroristen, mehr Menschen unter der Fuchtel von Anti-Terror-Gesetzen, die nicht gerechtfertigt seien.

Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty forderte die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) auf, in Fällen von Völkermord und ähnlichen schweren Verbrechen ihr Vetorecht aufzugeben. "Der Weltsicherheitsrat hat in Syrien, im Irak, in Gaza, Israel und der Ukraine versagt", heißt es im Jahresbericht der Organisation, der die Menschenrechtssituation in 160 Ländern der Welt untersucht hat.

Als "besonders besorgniserregend" wertete Amnesty die zunehmende Macht von nicht-staatlichen Gruppen wie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Aber auch Regierungen in den Krisenregionen sowie in westlichen Ländern erhielten ein schlechtes Zeugnis. Sie versuchten, Menschenrechtsverletzungen mit der Ausrede zu rechtfertigen, für Sicherheit sorgen zu müssen.
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