Angela Merkel ist "Person des Jahres"
Time-Magazin würdigt Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde vom "Time"-Magazin als "Person des Jahres" gewürdigt. Ihre international gelobte Politik steht ab Montag beim CDU-Parteitag jedoch auf einem innerparteilichen Prüfstand. Bild: dpa

Die Flüchtlingsströme. Die Eurokrise. Die Pleite Griechenlands. Das Gezerre um die Ukraine. Wieder und wieder steuerte Angela Merkel ihr Land und Verbündete durch unsicheres Fahrwasser. Für ihre Politik des "Wir schaffen das" kürt "Time" sie nun mit der höchsten Auszeichnung.

New York/Berlin. Was passt nicht in die Reihe: Sowjet-Diktator Josef Stalin, Nazi-Reichskanzler Adolf Hitler, Terror-Kalif Abu Bakr al-Bagdadi und Bundeskanzlerin Angela Merkel? Dass das US-Magazin "Time" die CDU-Politikerin mit dem Titel "Person des Jahres" 2015 kürt, muss als Würdigung ihres unermüdlichem Krisenmanagements und ihrer Führungsstärke verstanden werden. Zugleich tritt die 61-Jährige in den Kreis einer fragwürdigen Gesellschaft.

Zwar sind es häufig Verfechter des Friedens, Abenteurer und Wissenschaftler, die zur "Person of the Year" (POY) gewählt werden: Mahatma Gandhi (1930), Martin Luther King (1963) und Michail Gorbatschow (1987, 1989). Doch mit Hitler (1938) und Stalin (1939, 1942) sowie nun mit Al-Bagdadi (Platz 2) und Donald Trump (Platz 3) hebt "Time" die Kanzlerin auch in eine Gruppe von Massenmördern, brutalen Fanatikern und rassistischen Scharfmachern. Warum? Weil es um den Einfluss im Weltgeschehen und die größten Nachrichten des Jahres geht.

Zugleich muss die Wahl auch in 20 Jahren Bestand haben. Die stellvertretende "Time"-Chefredakteurin Radhika Jones: "Im Idealfall wollen wir, dass unsere Person des Jahres eine Momentaufnahme dessen ist, wo die Welt gerade steht ... Jemand, oder etwas, das sich wie eine Kraft der Geschichte anfühlt." "Kanzlerin der freien Welt" schreibt "Time". Womit Merkel die Welt am meisten begeisterte, war ihre offenherzige Aufnahme von Flüchtlingen in der Not. Merkel ging unbürokratisch voran mit ihrem Credo "Wir schaffen das" und lehnt bis heute eine Obergrenze ab.

Würdigung auch im Kleinen?


Der"Person des Jahres" steht am Montag ein wichtiger Parteitag bevor. Dort wird sich zeigen, inwieweit die CDU ihre Flüchtlingspolitik noch trägt. Die Würdigung ist ein aktuelles Signal an die Partei, wie groß ihr Einfluss in der Welt geworden ist. Davon profitiert auch die CDU. Ob die Partei es der Kanzlerin dankt, ist offen.
Sie haben die Person gewählt, die Deutschland ruiniert.US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump über die Auszeichnung für Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Gernot Schreyer aus Weiden in der Oberpfalz | 15.12.2015 | 23:07  
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