Ankara holt zu Vergeltungsschlag aus
Bei Großangriff angeblich 200 IS-Kämpfer getötet

Istanbul/Jakarta. Als Vergeltung für den Selbstmordanschlag auf die deutsche Reisegruppe in Istanbul hat die Türkei nach Regierungsangaben einen Großangriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Bei dem Panzer- und Artilleriebeschuss auf die Dschihadisten in den Nachbarländern Irak und Syrien seien rund 200 IS-Kämpfer getötet worden, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Die Armee habe fast 500 Geschosse abgefeuert. Der Kampf werde fortgesetzt, bis die Miliz "vollständig von der türkischen Grenze abrückt". Weder in Syrien noch im Irak wurde aber ein so massiver Angriff mit so vielen Toten bestätigt.

Am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter in Istanbul zehn Deutsche mit in den Tod gerissen. Die türkische Regierung macht den IS für die Tat verantwortlich, der sich allerdings nicht dazu bekannt hat. Nach dem Anschlag nahm die türkische Polizei nach Regierungsangaben zwei weitere Verdächtige fest. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala.

Unterdessen sind bei einem Anschlag im belebten Geschäfts- und Büroviertel der indonesischen Hauptstadt Jakarta sieben Menschen ums Leben gekommen. Fünf Terroristen überfielen im Namen der IS-Terrormiliz unter anderem ein Café und eine kleine Polizeistation. Es ist der erste Anschlag der Terrormiliz in dem Land und könnte nach Ansicht von Beobachtern der Auftakt zu einer Ausbreitung des IS in Südostasien sein. Mehr als 15 Menschen wurden verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutscher. Zahlreiche Länder, darunter Deutschland, riefen ihre Bürger auf, die Innenstadt Jakartas und Menschenansammlungen in Indonesien zu meiden. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter vom Tatort entfernt. (Seite 4)
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