Anklage: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Prozessauftakt gegen 56-Jährigen [Aktualisierung]

Bild: Stephan Huber
Pfreimd. (hou) Über viele Monate hinweg hatte die Staatsanwaltschaft Amberg Ermittlungen angestellt, ehe sie im Juni Anklage erhob. Acht Wochen später begann heute der Prozess gegen einen 56-Jährigen aus Pfreimd (Kreis Schwandorf), der in seinem Haus Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben soll.

Ab heute muss sich die Erste Strafkammer des Landgerichts Amberg mit den Vorkommnissen in dem Pfreimder Anwesen befassen. Dort existierte offenbar über Jahre und Jahrzehnte hinweg eine Art Jugendtreff, der von dem alleinstehenden Hausbesitzer betrieben wurde. Der heute 56-Jährige sitzt nun auf der Anklagebank und sieht sich mit massiven Vorwürfen konfrontiert.

13 einzelne Punkte umfasst die Anschuldigungsschrift, nahe zu 20 einzelne Vorkommnisse sind aufgelistet worden. Hinzu kommt, dass die im August
2014 von der besorgten Mutter eines 13-Jährigen verständigten Behörden ein aus mehreren Tausend Dateien und Bildern bestehendes Arsenal an Kinderpornografie beschlagnahmten. Auch dessen Existenz gab der Beschuldigte zu. "Ich habe das gesammelt", ließ er wissen.

Zur Debatte stehen jetzt nur Vorgänge, sich sich nach dem Jahr 2000 zutrugen. Nur einen von ihnen bestreitet der 56-Jährige. Deutlich wurde, dass er sich seine Opfer ins Schlafzimmer holte, im Partykeller seinen pädophilen Neigungen nachging und auch die Terrasse als Tatort herhalten musste. Schweigen war wohl vereinbart. Jeder hielt sich daran. Bis auf einen 13-Jährigen. Er wurde, wie sich verdeutlichte, nach der Festnahme des Sexualtäters von anderen Dauergästen des dann geschlossenen Treffs mit Schmähnnachrichten bedacht. Kamen auch Mädchen? "Gelegentlich", vernahm man am Rande des Verfahrens.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
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