Annäherung an Iran unter Bedingungen
Merkel will Anerkennung Israels

Berlin. Deutschland will die Beziehungen zum Iran erst normalisieren, wenn Teheran das Existenzrecht Israels anerkennt. Diese Haltung werde die Bundesregierung in allen Gesprächen mit dem Iran sehr deutlich machen, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu nach den Regierungskonsultationen beider Länder in Berlin. Israel fühlt sich durch den Iran massiv bedroht und sieht die Annäherung des Westens an Teheran nach der Einigung im Atom-Streit skeptisch. Netanjahu betonte die Bedeutung Israels für den Kampf gegen den Islamismus. "Israel ist als Festung anzuerkennen, als Festung der westlichen Zivilisation im Nahen Osten", sagte er. "Wenn Israel nicht bestünde, dann wäre der ganze westliche Teil des Nahen Ostens vom extremen Islamismus schon überrollt worden. Und wenn wir dort nicht stünden, dann wären noch weitere Millionen schon nach Europa gekommen."

Die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen fanden zum sechsten Mal seit 2008 statt. In einer Erklärung vereinbarten beide Länder eine bessere Zusammenarbeit bei Forschung, Digitalisierung, Elektromobilität und Klimaschutz. Die wichtigsten Themen waren aber der Nahost-Friedensprozess, der Syrien-Konflikt und das Atom-Abkommen mit dem Iran. Nach der Einigung im Atomstreit hat Deutschland den wirtschaftlichen und politischen Austausch mit dem Land intensiviert.
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