Antworten auf die wichtigsten Fragen nach den Angriffen der Türkei gegen IS und PKK
Unübersichtliches Beziehungsgeflecht

Die Türkei kämpft zurzeit an mehreren Fronten. Nach den Luftschlägen auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bombardiert die Armee Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak. Zudem griff die Armee einen Ort in Syrien an, der auch von kurdischen Milizen kontrolliert wird.

Warum schwächt die Türkei die PKK und die kurdische YPG, wenn sie effektiv gegen IS kämpfen will?

Die PKK ist für die Türkei eine Bedrohung. Ankara sieht sie als Terrororganisation, genauso wie den Islamischen Staat. Das gilt auch für die mit den PKK verbundene kurdische Miliz (YPG). Die türkische Führung befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats in Nordsyrien, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei befördern könnte.

Wie ist das Verhältnis zwischen der PKK und Kurden im Nordirak, die Waffen aus Deutschland erhalten?

Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, Massud Barsani, und seine Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) haben traditionell ein angespanntes Verhältnis zur PKK. Dennoch unterstützten PKK-Einheiten die kurdisch-irakischen Peschmerga gegen den IS.

Wie steht die Nato zu den Einsätzen der Türkei?

Eine Nato-Sprecherin bezeichnete das Treffen der Nato-Botschafter am Dienstag als "Zeichen starker Solidarität mit der Türkei". Es zeige, dass das Bündnis die Entwicklungen aufmerksam verfolge. Als die Türkei um das Treffen bat, berief sie sich auf Artikel 4 des Nordatlantikvertrags. Dieser sieht Beratungen vor, wenn ein Mitgliedsland die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit bedroht sieht. Es dient also zunächst dem Informationsaustausch. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Bündnisfall.

Spekuliert Erdogan wegen der schwierigen Regierungsbildung auf Neuwahlen und bringt sich mit Härte in Stellung?

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP wirft Erdogan genau das vor. Allerdings ist das reine Spekulation. Die Regierungsbildung in der Türkei war schon vor schon vor den Luftschlägen und der Verschärfung des Konflikts schwierig. Sollte es tatsächlich zu Neuwahlen kommen, könnte die HDP aus dem Parlament fliegen. Das würde Erdogans AKP stärken.

Wie reagiert die türkische Bevölkerung darauf?

Generell sind viele Türken besorgt und haben Angst vor IS-Anschlägen besonders in der Westtürkei. Das würde vor allem den Tourismussektor empfindlich treffen.
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