Anwohner beschweren sich über zuviel Lärm
Eine lange Nacht

Die einen hatten ganz freiwillig eine unruhige Nacht, die anderen auch - ohne es zu wollen: Während 2000 Besucher das Festival im Schätzlerbad feierten, gab es zahlreiche Beschwerden bei der Polizei über Lärm. Die Veranstalter wollen die Klagen aber nicht so auf sich sitzen lassen. Bild: R. Kreuzer
Weiden. (fku) Die Bässe sind verklungen. Dafür werden bei anderen Klagen laut. Über zu viel Lärm beim Musikfestival im Schätzlerbad beschweren sich Anwohner nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung. Die Veranstalter wundern sich.

Eigentlich müsse er eine Studienarbeit schreiben. Aber er könne auch jetzt um 2.38 Uhr, da er diesen Leserbrief aufsetze, kein Auge zu tun. Das Ganze sei eine "bodenlose Frechheit". So schildert ein Student, der die Nacht zum Sonntag daheim am Hammerweg verbrachte, seine akustischen Eindrücke vom Festival, das zeitgleich im Schätzlerbad mit rund 2000 Besuchern und zahlreichen DJs über die Bühne ging.

"Unzählige Beschwerden"

So wie dem Studenten ging es auch anderen Lesern, die in Briefen ihrem Unmut kundtaten (Seite 23) oder sich bei der Polizei über den Lärm beklagten. Von "unzähligen Beschwerden" berichtet Karl Gaach, der Sprecher der Weidener Inspektion. Leute meldeten sich aus den umgebenden Stadtteilen, vor allem aber aus Altenstadt. Die Veranstaltung sei allerdings bis 3 Uhr genehmigt gewesen. Die Kollegen hätten also nichts unternehmen können. Erst als eine Viertelstunde nach dem offiziellen Ende noch keine Ruhe war, hätten sie die Veranstalter angesprochen, woraufhin auch Stille einkehrte.

Einen Nachhall gibt es trotzdem. Der Hammerwegerer Helmut Narr hat Anzeige wegen des Lärms nach 3 Uhr erstattet. Gleichzeitig weist er in einem Schreiben ans Ordnungsamt darauf hin, dass die Stadt doch ihre Bürger vor zu lauten Geräuschen schützen müsse. Eine Wiederholung der Veranstaltung werde er jedenfalls juristisch verhindern. Ob die Anzeige Erfolg haben wird, ist fraglich. Konsequenzen werden die Beschwerden aber haben. "Wir bedauern, dass eine Reihe von Menschen um ihre Nachtruhe gebracht wurde", sagt Hermann Hubmann. Der Rechtsdezernent räumt ein, dass der Genehmigungsbescheid der Stadt für die Feier keine Lärmschutzauflagen enthalten hatte. Grund: Ein Umweltingenieur habe wegen der Entfernung zu den nächsten Wohnhäusern (500 Meter) keine Beeinträchtigungen erwartet. Bei einer möglichen künftigen Genehmigung würden deshalb "strenge Auflagen" gelten.

Ob es eine Wiederholung geben wird, ist indes offen. "Da setzen wir uns in den nächsten Tagen zusammen", sagt Schwimmverein-Chef Reinhard Meier.

"Nur positives Feedback"

Das Interesse an einer Neuauflage wäre jedenfalls da. Denn es gibt ja noch die andere Seite: Die Besucher der Feier waren ausweislich der Reaktionen im Netz begeistert. Auch Schätzler-Wirtin Ilona Rath-Lux ist angetan: "Nur positives Feedback." Natürlich wolle niemand andere mit Lärm belästigen, da seien künftig auch Veränderungen möglich. Aber man dürfe ebenso nicht vergessen, dass dies eine besondere Veranstaltung für die Region sei, die es auch nur einmal im Jahr gebe.

Ähnlich sieht das naturgemäß Organisator Wolfgang Stemmer. Solche Angebote gebe es vor Ort doch immer weniger. Deshalb "wahren wir damit ja auch die Interessen der Region, nicht nur unsere". Er würde die Feier, die rundum gelungen gewesen sei, lieber noch auf mehrere Tage ausweiten. Das wäre dann auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt, betont er. Freilich könnte es künftig mehr Rücksichtnahme geben - von den Feiernden, aber doch bitte auch von den Anwohnern. Denn diejenigen, die sich beschweren, "waren doch auch mal jung". Und wären vielleicht ganz froh gewesen, "wenn es schon früher solche Events in der Region gegeben hätte".
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