Anzeichen verdichten sich
Merkel tritt voraussichtlich für vierte Amtszeit an

Von ihrem CDU-Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern hat sich Angela Merkel bereits wieder als CDU-Vorsitzende nominieren lassen. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass sie für eine vierte Amtszeit als Kanzlerin antreten wird. Bild: dpa

Die Hinweise auf eine erneute Kandidatur von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende und Kanzlerin verdichten sich. Horst Seehofer will erst einmal Ministerpräsident in Bayern bleiben. Aber ganz sicher ist das nicht.

Schwerin/Berlin/München. Angela Merkel ist in der jüngsten Sitzung des Landesvorstands ihres CDU-Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, bei der sie selbst anwesend war, einstimmig für den Bundesvorsitz nominiert worden, sagte CDU-Landeschef Lorenz Caffier am Montag. Auf die Frage, ob das bedeute, dass Merkel erneut für den Parteivorsitz kandidiere, sagte Caffier: "Sicher. Sonst hätte sie sich ja nicht nominieren lassen." Unklar blieb zunächst, ob Merkel bei der Abstimmung am Freitag per Handzeichen mitvotiert hat.

Sollte Merkel Parteichefin bleiben wollen, dürfte damit auch ihre Entscheidung für eine vierte Kanzlerkandidatur gefallen sein. Merkel hatte stets betont, dass sie beide Ämter in Personalunion sehe. Am Montag äußerte sich die CDU-Chefin nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Führungsgremien in Berlin nicht dazu, ob sie erneut antreten wird. Öffentlich hatte sie immer wieder gesagt, sie werde sich zum "gegebenen Zeitpunkt" äußern.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte am Montag in der ZDF-Sendung "Was nun Herr Seehofer?", er wolle seine Partei nicht in den Bundestagswahlkampf 2017 führen - schloss das aber auch nicht völlig aus. Ferner ließ er erneut offen, ob die CSU Merkel zu ihrem Parteitag Anfang November einladen wird. Seehofer schloss aus, sein Amt als Ministerpräsident vor dem Ende der Legislatur im Herbst 2018 aufgeben zu wollen. "Dann müsste schon der Himmel über Bayern zusammenbrechen", sagte er. Die CSU-Spitze will erst am kommenden Montag über eine Einladung für Merkel zum CSU-Parteitag in München entscheiden, sagte Seehofer im ZDF. Unklar ist auch noch, ob umgekehrt Merkel Seehofer zum CDU-Parteitag Anfang Dezember in Essen einlädt.

Trotz des Streits um die Flüchtlingspolitik bekommt Merkel auch aus der CSU immer mehr Unterstützung für eine erneute Kanzlerkandidatur. "Wenn Angela Merkel bereit ist, erneut als Bundeskanzlerin zu kandidieren, hat sie meine volle Unterstützung", sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. Ähnlich äußerte sich der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber. (Seite 4)
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