Appell des Ex-Präsidenten Karsai
Afghanen sollen heimkehren

Dortmund. Afghanistans ehemaliger Präsident Hamid Karsai hat die afghanischen Flüchtlinge in Deutschland zur Rückkehr in ihre Heimat aufgerufen. Der Exodus müsse ein Ende haben, sagte Karsai in Dortmund der Deutschen Presse-Agentur. "Uns fehlen gut ausgebildete junge Menschen, wir brauchen sie dringend. Mein Appell an meine jungen Landsleute ist deshalb: Geht nicht! Ich weiß, dass wir schwere Zeiten durchmachen, aber die haben andere Länder auch überwunden." Er habe in Deutschland auch selbst mit Flüchtlingen gesprochen und sie gebeten, wieder zurückzukehren.

Das Bundesinnenministerium will mit Afghanistan noch in diesem Jahr ein Abkommen über die Rückführung von Flüchtlingen vereinbaren. "Die Verhandlungen haben gute Fortschritte erbracht, auch wenn eine abschließende Einigung zum Inhalt der gemeinsamen Erklärung noch nicht erreicht werden konnte", teilte das Ministerium mit.

Das Magazin "Der Spiegel" hatte berichtet, letzte Details eines "Memorandums of Understanding" seien vereinbart. Afghanistan wolle demnach freiwillige Rückkehrer und Staatsbürger, die wegen eines abgelehnten Asylantrags abgeschoben werden, deutlich unkomplizierter aufnehmen. Die afghanische Delegation stimmte demnach auch Flügen mit Chartermaschinen zu, in denen bis zu 50 Afghanen gleichzeitig zurückgebracht werden sollen.
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