Arbeitgeber: Kein Mindestlohn für Flüchtlinge
Streit um Ausnahme

Die deutsche Wirtschaft hat den Streit um Ausnahmen für Flüchtlinge beim Mindestlohn neu entfacht. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte am Dienstag in Berlin, dass für Flüchtlinge Sonderregelungen wie für Langzeitarbeitslose gelten sollen. Diese Ausnahmen sollten zudem von sechs auf zwölf Monate verlängert werden. Entsprechende Forderungen erhob auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Gewerkschaften,

SPD und Opposition wiesen die Arbeitgeber-Forderungen als "Lohndumping" zurück. Auch der DGB lehnt jede Ausweitung von Mindestlohn-Ausnahmen ab. "Schlimm genug, dass es noch Ausnahmen gibt für Langzeitarbeitslose, Minderjährige, Zeitungszusteller sowie bestimmte Praktikanten", sagte Vorstandsmitglied Stefan Körzell

"Die Unternehmen sind bereit, ihr Möglichstes zu tun", sagte Kramer beim Arbeitgebertag zur Integration von Flüchtlingen. "Jedes vierte Unternehmen sucht händeringend Fachkräfte." Die Flüchtlinge seien nicht die alleinige Lösung. Aber der Zustrom biete eine Chance. Die Politik müsse Voraussetzungen schaffen. Gleichzeitig betonte Kramer, er wolle Flüchtlinge nicht generell vom 8,50-Euro-Mindestlohn ausnehmen, sonst drohe ein Verdrängungswettbewerb zwischen deutschen und ausländischen Beschäftigten.
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