Arbeitgeber und DGB fordern Millionen gegen Armut
Hilfe für Kinder

Arbeitgeber und Gewerkschaften machen sich für bessere Perspektiven für Hunderttausende besonders von Armut betroffene Kinder in Deutschland stark. Ein am Donnerstag in Berlin vorgestellter Aktionsplan des Arbeitgeberverbands BDA und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zielt auf 112 000 Familien mit schulpflichtigen Kindern ab, die auf Hartz IV angewiesen sind und in denen die Eltern arbeitslos sind.

"Es kann sich hier der Hartz-IV-Bezug generationenübergreifend vererben", sagte Peter Clever von der BDA-Hauptgeschäftsführung. "Wenn die Kinder beide Elternteile immer nur zu Hause erleben und nicht sehen, dass mindestens ein Elternteil einer Arbeit nachgeht, hat das schlimme pädagogische Auswirkungen." Vom Bund müssten 280 Millionen Euro pro Jahr fließen, damit zumindest ein Elternteil durch Qualifizierung, Lohnkostenzuschüsse oder andere Hilfen in einen Job gebracht werden könne. Jobcenter und Kommunen müssten zusammenarbeiten, Langzeitarbeitslosen einen Coach an die Seite stellen oder mit ihnen etwa in Familienzentren in Kontakt treten.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, nötig sei eine bessere Verzahnung der verschiedenen Hilfsangebote. Clever sagte, gerade angesichts der Herausforderung durch Flüchtlinge sei ein solches Programm ein wichtiges Signal. "Wir verlieren unsere zu Hause gewachsenen strukturellen Probleme nicht aus dem Blick."
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